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Wintereinbruch: Schneesturm greift China an

In Südchina, wo es sonst kaum schneit, ist das Winterchaos ausgebrochen – und trifft das Land unvorbereitet. Vier Flughäfen wurden geschlossen, 136 Züge sind um Stunden verspätet.

Von Ellen Deng, Peking

"Meine Frau und meine Tochter hängen seit zehn Stunden in Changsha fest (Metropole im mittleren Süden Chinas), haben nichts zu essen und nichts zu trinken", sagt der Wanderarbeiter Pan Jianhua aufgeregt. Wegen Glatteis ist die Autobahn dort gesperrt. Seit drei Uhr morgens steht der Überlandbus, den seine Frau und das zehnjährige Mädchen genommen haben, auf dem Seitenstreifen und wartet auf Erlaubnis für die Weiterfahrt. Die beiden sind auf dem Weg zu ihrem Mann, um gemeinsam das traditionelle Frühjahrsfest zu feiern, für die Chinesen das, was bei uns Weihnachten und Neujahr zusammen sind. Niemals hätten sie gedacht, dass die frohen Tage so beginnen könnten. "Hunderte von Autos sind hier stehengeblieben", berichtet die Frau über Handy.

Ähnliches Chaos herrscht in weiten Teilen Chinas. Auf der Jingzhu-Autobahn von Peking nach Zhuhai, einer wichtigen Verbindungsstrecke von Nord nach Süd, hängen mehr als 10.000 Menschen fest. Zehn Provinzen in Zentral-, West- und Südchina sind betroffen. 31.000 Gebäude sind zusammengebrochen. Der wirtschaftliche Schaden wird auf umgerechnet über 600 Millionen Euro geschätzt. Vielerorts ist der Strom ausgefallen, weil die Kohle nicht transportiert werden kann. In der Megametropole Shanghai schneit es noch nicht, doch selbst sie ist indirekt betroffen: "Die Kohle reicht nur noch für drei bis vier Tage", schreibt die örtliche Presse.

Blitzeis über China

Die pensionierte Lehrerin Chen Guilian aus Changsha sagt: "In meinem Leben habe ich noch nie ein solch extremes Wetter gesehen." Schnee und Regen mischen sich, die Straßen vereisen. "Viele Menschen rutschen auf der Straße aus und brechen sich Arme und Beine. In den Krankenhäusern fehlt es an Ärzten und Betten. Ein Mann hat einen Zahn verloren, als er fiel, und ihn verschluckt – wahnsinnig!" Manche Leute ziehen Tücher oder Socken über ihre Schuhe, weil der Stoff weniger glitschig ist als die Sohlen. Im Fernsehen geben Ärzte Ratschläge, wie man bei diesem Wetter "richtig geht": "Hand in Hand, nicht bergauf..." Taxifahrer fordern ein Vielfaches des normalen Fahrpreises. Wegen der Transportprobleme werden in Läden die Nahrungsmittel knapp.

Viele Wohnungen in südlichen Städten wie Changsha haben keine Heizungen. Gewöhnlich wärmen die Menschen dort mit der Klimaanlage oder elektrischen Heizöfen. Aufgrund der Stromknappheit geht das aber auch nicht mehr. Die Arbeiterin Chen Gui’e sagt, sie habe seit zwei Wochen nicht mehr duschen können, da kein warmes Wasser mehr fließt. "Einige Leute sind bereits in Hotels umgezogen – das überlege ich mir jetzt auch." Da funktionieren die Wassererhitzer noch, ebenso in manchen Bürogebäuden – weshalb in der südwestlichen Stadt Guiyang manche Angestellte gleich dort übernachten.

In zehn Tagen beginnt das Frühjahrsfest, zu dem traditionell die Familien zusammenkommen. Bevor der Schneesturm ausbrach, hatte das zentrale Fernsehen CCTV gebeten, für das Festprogramm private Videos einzusenden zum Thema "Hat es dort geschneit?" Klingt romantisch. Doch wegen Schnee und Eis gleicht die Chance, rechtzeitig zu den Feiern zu gelangen, den Aussichten auf den Losgewinn in einer Lotterie.

Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.