Winterstürme Mindestens 15 Tote bei US-Schneechaos


Zarte safte Schneeflocken? Von wegen: Was gerade über den Mittleren Westen und Nordosten der USA hinwegfegte, waren heftige Schneestürme und Eisregen. Die Zahl der Todesopfer idt bereits auf 15 gestiegen. Und es soll weiter schneien.

Heftige Schneestürme und Eisregen haben im Mittleren Westen und Nordosten der USA den Auto- und Flugverkehr teilweise lahm gelegt. Allein in New York wurden hunderte Flüge gestrichen. Für Unmut sorgte das Schicksal der Passagiere an Bord einer Maschine der US-Billigfluggesellschaft JetBlue, die von New York nach Mexiko fliegen sollte. Statt abzuheben saßen die Passagiere fast acht Stunden an Bord fest. Toiletten liefen dem Sender ABC zufolge über. Nach Angaben von JetBlue habe es keine Flugsteige gegeben, um die Menschen aussteigen zu lassen. Wegen festgefrorener Schleppgeräte kam es an den Gates zu Staus und Überlastungen. Die Zahl der Unwettertoten erhöhte sich auf 15, bevor das Sturmgebiet aufs Meer hinaus zog.

Auch in Boston, Washington, Chicago, Philadelphia und vielen kleineren Flughäfen wurden zahlreiche Verbindungen gestrichen. Viele Schulen und Büros der öffentlichen Verwaltung blieben weiter geschlossen. Der Gouverneur von Maine rief den Notstand aus, um die Auslieferung von Heizöl sicherzustellen, während der New Yorker Gouverneur die Nationalgarde um Hilfe bat. Mehr als 95.000 Haushalte waren am Donnerstag noch ohne Strom. In zahlreichen Schulen fiel auch am Donnerstag der Unterricht aus. Die Hauptstraßen waren nach dem Durchzug des schweren Wintersturms am Valentinstag aber vielerorts wieder freigeräumt. Eisiger Wind ließ die gefühlte Temperatur noch geringer erscheinen, als sie tatsächlich war. In Ohio zitterten die Menschen bei bis zu minus 17 Grad.

90 Zentimeter Neuschnee

In Maine waren zwei Jugendliche vier Stunden lang in ihrer selbst gebauten Schneeburg gefangen, nachdem ein Räumfahrzeug diese versehentlich zusammengeschoben hatte. Einer der Jungen wurde wegen Unterkühlung behandelt.

In Teilen von Vermont fielen bis zu 90 Zentimeter Schnee. Lastwagen durften auf den Straßen nicht mehr fahren. Im Staat New York fiel gebietsweise mehr als ein Meter Schnee, die Temperaturen sanken dort am Donnerstag abermals auf minus 18 Grad Celsius. Am schwersten betroffen war die Gegend um den Ontario-See, wo der Schnee bis zu drei Meter hoch lag. Zeitweise wurden die Straßen zwischen den USA und Kanada für den Verkehr gesperrt.

Straßen nach Kanada unterbrochen

Die Polizei musste zu hunderten Unfällen im gesamten Nordosten ausrücken. Neben Stürmen mit starken Schneefällen und bis zu drei Meter hohen Schneeverwehungen machte in einigen Regionen wie Massachusetts auch Eisregen zahlreiche Straßen unpassierbar. In Teilen mehrerer Bundesstaaten wurde der private Autoverkehr verboten, nur die Polizei und Krankenwagen konnten die verschneiten Straßen befahren. In anderen Regionen rieten die Behörden, nur noch "absolut notwendige Fahrten" zu machen.

DPA/AP AP DPA

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