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Zugunglück in Sachsen-Anhalt: Ermittler suchen nach der Unfallursache

Wie konnten zwei Züge frontal aufeinanderprallen? Nach dem schweren Unglück mit mindestens zehn Toten laufen die Ermittlungen in alle Richtungen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Böhmer spekulierte unterdessen über ein defektes Haltesignal.

Bei einem der schwersten Zugunglücke in Deutschland seit Jahren sind nahe Oschersleben in Sachsen-Anhalt sind zehn Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Verletzten wurde erneut korrigiert. Die Polizei geht inzwischen von 23 Verletzten aus. Im Zug hätten sich rund 30 Fahrgäste befunden, als er frontal auf den Güterzug stieß. Kurz zuvor hatte Innenminister Holger Hövelmann gesagt, 18 Menschen seien schwer verletzt, 25 weitere leichter. Zwei Tote seien identifiziert, hieß es weiter.

Die Unglücksursache ist noch unklar. Der Einsatzleiter der Bundespolizei vor Ort, Ralph Krüger, sagte: "Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen - zu den Signalschaltungen, zur Technik der Züge" Es sollten die Fahrtenschreiber der Züge ausgewertet werden. Es gebe keine Hinweise, die allein auf menschliches oder technisches Versagen hinwiesen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer vermutete unterdessen ein defektes Haltesignal.

Die Identifizierung der Toten sei sehr schwierig. Viele der Toten hätten keine Ausweise dabei gehabt, sagte der Leiter des Polizeireviers Börde, Armin Friedrichs.

"Sie sehen uns alle sprachlos und geschockt", sagte Innenminister Holger Hövelmann (SPD). Wie es zu dem Unglück kam, sei erst nach den Ermittlungen zu sagen. Er lobte alle Helfer wie etwa die Feuerwehr und medizinische Notfalleinheiten. "All das hat in der vergangenen Nacht bei widrigsten Rahmenbedingungen sehr gut und reibungslos funktioniert", sagte Hövelmann. Man könne so ein Unglück nicht rückgängig machen, aber man könne alles tun, um die Schäden zu minimieren.

Die Bundespolizei sei rasch vor Ort gewesen, berichtete ein Polizeisprecher. Das Unglück zeige, wie wichtig die Vorbereitung der Hilfskräfte auf solche Fälle sei, meinte Thomas Webel (CDU), Landrat des Bördekreises.

DPA/AFP / DPA