VG-Wort Pixel

Sturmtief "Burglind" Entwurzelte Bäume, gesperrte Bahnstrecken: Orkan hat weite Teile Deutschlands im Griff


Kaum ist der Jahreswechsel überstanden, steht den Menschen in Deutschland bereits der erste Sturm des Jahres bevor. Tief "Burglind" zieht derzeit mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern über Deutschland hinweg.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für den Mittwoch in Teilen Mittel- und Süddeutschlands heftige Sturmböen vorausgesagt - und die Vorhersagen haben sich bestätigt. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde zieht das Sturmtief "Burglind" über das Land - und hat vor allem im Westen des Landes bereits für massive Behinderungen des Verkehrs gesorgt.

Bei heftigen Winden stürzten Bäume um und Dächer wurden abgedeckt. Vielerorts wurden Freileitungen beschädigt, so dass es zu Stromausfällen kommt. Im rheinland-pfälzischen Sinzig-Bad Bodendorf beispielsweise hob eine Windhose ein Stalldach ab und schleuderte es auf eine Hauptstraße, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Dadurch seien etwa 14 geparkte Autos, eine Fotovoltaikanlage und mehrere angrenzende Häuser beschädigt worden. Der Schaden werde auf mehrere zehntausend Euro geschätzt. Erst im Herbst hatten die Orkane "Herwart" und "Xaver" für ein großes Chaos in weiten Teilen Deutschlands gesorgt.

Alle aktuellen Entwicklungen im Liveblog:

"Burglind" kommt mit Schauern und Gewittern

Die Wetterfront, die auch Schauer und Gewitter im Gepäck hat, überquert seit dem frühen Morgen das Land. Gegen Mittag soll sie die Alpen erreichen. Vorsorglich blieben die Zoos in München und Augsburg geschlossen - nicht zuletzt zum Schutz der Tiere. Am Mittag drohen im Fall von Gewittern auch dem Norden orkanartige Böen. Die Temperaturen liegen zwischen 5 Grad im Osten und 14 Grad am Oberrhein.

Nach Angaben des Wetterdiensts "Kachelmannwetter" zog die Kaltfront über Luxemburg ins Land und überquerte dann Nordrhein-Westfalen:

Im Ruhrgebiet standen schon früh Straßen unter Wasser - vor allem in den Städten Essen und Mühlheim/Ruhr. Ein umgestürzter Baum blockierte die wichtige Regionalbahnlinie zwischen Aachen und Düsseldorf. Auch auf den Autobahnen A44 zwischen Jülich und Aldenhoven und auf der A59 bei Duisburg kam es laut WDR und Radio Duisburg zu Behinderungen: Auf der A44 stürzte ein Hochsitz auf die Fahrbahn. In Mönchengladbach wurde eine Lagerhalle durch "Burglind" komplett abgedeckt; die Halle wurde von der Feuerwehr gesperrt.

 

Umstürzende Bäume: Vorsicht bei Fahrten durch Wald

In Hessen legte "Burglind" den Verkehr teilweise lahm. Vielerorts stürzten Bäume um und behinderten den Verkehr. Bei Limburg fiel ein Baum auf die Oberleitung der Bahn und bremste Züge auf der Strecke Limburg-Frankfurt aus. Das Polizeipräsidium Westhessen registrierte zahlreiche umgestürzte Bäume. Es gingen laufend Meldungen ein, vor allem für den Rheingau, Hochtaunus und Limburg, sagte ein Sprecher.
Die Polizei riet auch über den Kurznachrichtendienst Twitter, vorsichtig zu sein, gerade bei Fahrten durch Waldgebiete.

Schwere Verkehrsbehinderungen auch in Rheinland-Pfalz: Umgestürzte Bäume blockierten viele Straßen, auch im Bahnverkehr gab es Störungen. In mindestens drei Ortschaften in der Südwestpfalz fiel der Strom aus, wie die Polizei in Dahn mitteilte. Die Böen erreichten Geschwindigkeiten von 120 Kilometern pro Stunde. Alle Einsatzstellen seien am Rotieren, sagte eine Polizeisprecherin.

Einen Überblick, wie groß die Schäden waren, gab es zunächst nicht. "Ich glaube, wir werden diese Bäume heute nicht mehr zählen können." Es seien einfach zu viele, erklärte die Sprecherin. Das Unwetter sorgte außerdem im Hunsrück und im Westerwald für Chaos, wie ein Polizeisprecher in Koblenz mitteilte.

Bahn: Viele Regionalstrecken bleiben gesperrt

Die Deutsche Bahn hat wegen vom Sturmtief "Burglind" verursachten Schäden regional mehrere Strecken im Fernverkehr gesperrt. So stellte die Bahn am Mittwoch den Betrieb auf den Strecken von Köln nach Bonn, Aachen, Koblenz und Niederlahnstein sowie von Aachen nach Krefeld und von Kaiserslautern nach Ludwigshafen ein, wie das Unternehmen mitteilte. Es sei noch nicht absehbar, wann die Verbindungen wieder voll befahrbar seien. Auch im Regionalbahnverkehr gab es eine Reihe von Streckensperrungen. Aktuelle Hinweise und Informationen darüber, wie man sich gegebenenfalls Entschädigungen sichern kann, finden sich hier:

Sturm ebbt erst in der Nacht ab

Ruhiger wird es dem DWD zufolge erst wieder in der Nacht zum Donnerstag. Dann aber zieht kräftiger Dauerregen ins Land, der örtlich Bäche zum Überlaufen bringen kann. Im Schwarzwald und in den Alpen könnten bis Freitagmittag 100 Liter Wasser pro Quadratmeter fallen, sagte der DWD voraus.

Meteorologe Hartmann sprach von einem klassischen Übergangswetter. Echtes Winterwetter mit Dauerfrost und Schnee bis in die Niederungen sei derzeit nicht in Sicht. 

fk/dho DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker