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BBC-Analyse Anzahl der Hitzetage mit Temperaturen von mehr als 50 Grad hat sich seit den 1980er-Jahren verdoppelt

Ein Kajakfahrer fischt im Lake Oroville in der Lake Oroville State Recreation Area in Butte County, Kalifornien
Auch wie hier im US-Bundesstaat Kalifornien soll es in den letzten Jahrzehnten vermehrt zu Hitzeereignissen gekommen sein
© Ethan Swope / AP / DPA
Es wird heißer. Gefährlich heißer. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der BBC. Demnach hat es seit den 1980er-Jahren einen alarmierenden Anstieg extremer Hitzeereignisse gegeben.

Laut einer von der BBC veröffentlichten Analyse hat sich die Anzahl der Hitzetage mit Temperaturen von mehr als 50 Grad Celsius weltweit seit 1980 verdoppelt. Diese Extremfälle träten zudem heute in weitaus mehr Regionen auf. Dieser besorgniserregende Anstieg sei ausschließlich auf die Verbrennung fossiler Brennstoffe zurückzuführen.

Weltweiter Anstieg der Durchschnittstemperaturen 

Dem Bericht zufolge hat die Häufigkeit der enorm heißen Tage seit Beginn des Untersuchungszeitraums in jedem Jahrzehnt zugenommen. Zwischen 1980 und 2009 sei das Thermometer weltweit im Durchschnitt an 14 Tagen im Jahr über die 50-Grad-Marke geklettert. Zwischen 2010 und 2019 seien es bereits 26 Tage gewesen – außerdem seien Temperaturen von 45 Grad und mehr in dieser Zeitspanne zwei Wochen pro Jahr häufiger aufgetreten.

Alarmierend sei auch, dass die durchschnittlichen Höchsttemperaturen im vergangenen Jahrzehnt deutlich angestiegen seien. Dies betreffe aber nicht alle Weltregionen in gleichem Maße: In Osteuropa, im südlichen Afrika und in Brasilien seien die Höchstwerte teilweise um mehr als ein Grad, in Teilen der Arktis und des Nahen Ostens um mehr als zwei Grad gestiegen.

"Der Anstieg kann zu 100 Prozent auf die Verbrennung fossiler Brennstoffe zurückgeführt werden", erklärte Friederike Otto, stellvertretende Direktorin des Environmental Change Institute an der Universität Oxford, gegenüber der BBC. Bei gleichbleibenden oder steigenden Emissionen und fehlenden Gegenmaßnahmen würden die Hitzeereignisse nicht nur weiter zunehmen, sondern auch schwieriger zu bewältigen, führte Sihan Li, Klimaforscher an der Universität Oxford an.

Drohende Überschwemmungen: der erste Regen auf Grönlands Eisschild

Einer 2020 von der US-amerikanischen Rutgers-Universität veröffentlichten Studie zufolge könnten bis zum Ende des Jahrhunderts 1,2 Milliarden Menschen – viermal mehr als heute – an Hitzestress leiden, insofern sich der Temperaturanstieg weiter fortsetzt. Extreme Dürren bedrohen auch den Lebensraum – nicht zuletzt deswegen, weil Waldbrände häufiger auftreten und sich vermehrt Wüsten bilden könnten.

Der Temperaturanstieg bedroht jedoch nicht ohnehin schon heiße Regionen. Einem Bericht des britischen "Guardian" zufolge regnete es vergangenen Monat zum ersten Mal seit Aufzeichnungsbeginn auf dem höchsten Punkt des grönländischen Eisschildes. Dieser Gletscher enthalte die vierfache Menge des Eises aller anderen Gletscher der Erde zusammengenommen. Wenn das Eis der größten Insel der Welt weiterhin in diesem Tempo schmelze, so befürchteten Wissenschaftler, dass bis 2030 Millionen Menschen mit jährlichen Überschwemmungen zu kämpfen hätten.  

Quellen: "BBC"; "The Guardian"

yks

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