Autorin Line Nagell Ylvisåker Lawinen, Stürme, Hitze: So dramatisch trifft der Klimawandel meine Heimat Spitzbergen

Line Nagell Ylvisåker
Ylvisåker, geboren 1982, lebt seit 2006 in Spitzbergen, einer Inselgruppe, die zu Norwegen gehört. Das Gewehr trägt sie bei sich, um sich gegen Eisbären verteidigen zu können.
© Anders Fjellestad
Die Klimakrise bedroht Spitzbergen, die Heimat der Autorin Line Nagell Ylvisåker. Im Interview schildert sie, wie die Erwärmung den Alltag verändert – und die Eisbären immer näher an die Dörfer kommen.
Von Katharina Kluin

Frau Ylvisåker, Sie schreiben, dass Sie lange nicht realisiert haben, was die Warnungen der Klimaforscher wirklich bedeuten.

Ich glaube, so geht es vielen. Natürlich hatte ich schon viel über den Klimawandel gelesen. Über die Auswirkungen für einzelne Tierarten, einzelne Orte. Die Prognosen, wie stark sich die Erde erwärmen wird...

"1 Grad mehr hier, 1 Grad mehr da", schreiben Sie. "Ich dachte nicht darüber nach, wenn ich auf meinem Schneemobil durch die Gegend sauste, den Wind im Haar und Sommersprossen auf der Nase."

Der Verstand weiß, dass etwas passiert. Aber es rückt nur selten ins Bewusstsein. Das ist, wie ein Kind zu haben: Man sieht es nicht wachsen.

Bis man es nicht mehr übersehen kann.

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