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Wetterprognose: Der Sommer wird heiß und stürmisch - vielleicht

Mancher Wetterfrosch wagt sich schon an eine Prognose für den Sommer. Heiß soll er werden, mit heftigen Unwettern. Sicher scheint dagegen: Wenn Kate und William heiraten, lacht die Sonne.

Von Carsten Heidböhmer

Wenn sich Prinz William und Kate Middleton am Freitag das Ja-Wort geben, lacht nicht nur das Herz von Millionen Royalisten in Deutschland, sondern auch die Sonne: Übereinstimmend prognostizieren mehrere Meteorologen für das kommende Wochenende warme Temperaturen und Sonnenschein. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt nach einer Zwischenepisode mit vereinzelten Schauern zum Wochenende besseres Wetter voraus: Ab Freitag soll es sonniger und wärmer werden. Nicht ganz so warm wie am Osterwochenende, aber immer noch 20 bis 24 Grad, insgesamt also optimales Wetter zum Heiraten und für Maifeiern. Auch der Diplom-Meteorologe Dominik Jung von Wetter.net macht all denen Hoffnung, die bei schönem Wetter in den Mai tanzen wollen.

Sowohl der Deutsche Wetterdienst als auch wetter.net sprechen von einem überdurchschnittlich warmen Frühjahr. Im März und April gab es nur ein Drittel der normalen Regenmenge, die Böden sind deswegen zu trocken. War schon der März 1,5 Grad zu warm, so liegt der April 4 Grad über dem Durchschnitt, der aus dem Zeitraum von 1961 bis 1990 ermittelt wird. Sollten die Temperaturen anhalten, könnte es laut Dominik Jung der drittwärmste April seit Beginn der Wetterrechnung werden.

Langzeitprognosen spalten die Zunft

Was sagt das ungewöhnlich warme Frühjahr über den kommenden Sommer aus? Da sind die Experten tief gespalten. Der Deutsche Wetterdienst lehnt Langzeitprognosen kategorisch ab. Man könne das Wetter maximal zehn Tage im Voraus prognostizieren, alles andere sei Kaffeesatzleserei. Der Deutsche Wetterdienst gehört zu den Mitunterzeichnern der "Hamburger Erklärung", in der sich kürzlich zahlreiche Fachleute gegen langfristige Vorhersagen ausgesprochen haben. In dem Dokument empfehlen die Unterzeichner, auf detaillierte Aussagen über das Wetter der kommenden Jahreszeit zu verzichten, um die Seriosität ihrer Wissenschaft zu wahren.

Als Beispiel für unseriöse Prognosen nennt ein Sprecher des DWD Metereologen, die für den vergangenen Winter einen Jahrtausendwinter vorhergesagt haben. "Es war nicht mal ein Jahrhundertwinter", so der DWD-Sprecher.

Dominik Jung von Wetter.net gehört zu dem Teil des Berufsstands, die dennoch langfristige Prognosen wagen. Er verweist auf seine Vorhersage auf bild.de, in der er bereits im Februar das warme Frühjahr ankündigte. Und so wagt er sich - den Warnungen seiner Kollegen zum Trotz - an eine Vorhersage für den Sommer. Der wird überdurchschnittlich warm. Es gebe keine längeren Hitzewellen, nur vereinzelt heiße Tage. Es sei immer wieder mit Unwettern zu rechnen, die heftiger ausfallen, als man das bislang gewohnt war.

Das aber besagt schon eine alte Bauernweisheit: Sollen wir uns am Sommer laben, müssen wir auch Donner haben.