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Wintereinbruch in Deutschland: Das Schnee-Chaos geht in die zweite Runde

Mütze und Handschuhe bleiben ein Muss: In Deutschland wird es die kommenden Tage noch kälter. Eis und Schnee haben am Dienstag erneut Chaos im Straßen- und Luftverkehr ausgelöst.

Schneefälle und Eisglätte haben bundesweit Verkehrsbehinderungen und tausende Unfälle verursacht. Allein die Polizei in Nordrhein-Westfalen zählte nach eigenen Angaben zwischen Montagnachmittag und Dienstagmorgen 1784 witterungsbedingte Karambolagen. Dabei kam ein Mensch ums Leben, 20 Menschen wurden schwer und 87 weitere leicht verletzt, teilte das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste am Dienstag in Duisburg mit.

Im Osten von Schleswig-Holstein kam der Verkehr bei stellenweise bis zu 40 Zentimeter Neuschnee und zahlreichen Unfällen auf einigen Straßen zum Erliegen, wie die Polizei in Lübeck mitteilte. Der öffentliche Busverkehr wurde teilweise eingestellt. Straßen im Kreis Ostholstein waren stundenlang durch im Schnee steckengebliebene Fahrzeuge blockiert. "Polizei, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk sind im Dauereinsatz", meldete die zuständige Polizeidirektion.

Zahlreiche Unfälle mit Verletzten in Folge von Schnee und Eis meldete die Polizei unter anderem auch aus Hessen und Bayern. Auf der glatten Autobahn 7 bei Würzburg geriet in der Nacht zum Dienstag ein Schweinetransporter ins Schleudern und kippte um. Der Fahrer wurde schwer verletzt, 25 Tiere starben oder mussten wegen ihrer schweren Verletzungen vor Ort erschossen werden.

In Nordbayern stoppte ein unter Schneemassen zusammengebrochener Baum einen ICE und zwang die rund 200 Passagiere zur Übernachtung in einer Turnhalle. Wie ein Bahnsprecher in München mitteilte, beschädigte der Baum am Montagabend auf der ICE-Strecke zwischen Berlin und München bei Ludwigsstadt die Oberleitung und unterbrach die Stromzufuhr. Weil ein Abtransport der Reisenden mit Bussen wegen der Straßenverhältnisse in der Mittelgebirgsregion unmöglich war, wurden sie mit einem dieselbetriebenen Ersatzzug nach Ludwigsstadt gebracht und vom Rote Kreuz in der örtlichen Turnhalle einquartiert und die Nacht über versorgt.

Auf Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main fielen wegen des Winterwetters bis Dienstagmittag nach Angaben einer Sprecherin mehr als 220 Flüge aus. Zudem gebe es Verspätungen, weil Flugzeuge vor dem Start enteist werden müssten, sagte sie. Die Startbahnen in Frankfurt selbst seien allerdings frei, die Probleme resultierten zum größten Teil aus Schwierigkeiten an anderen Flughäfen. Zum Teil hätten Fluggäste die Nacht auch im Frankfurter Airport verbracht oder seien von den Fluggesellschaften in Hotels untergebracht worden.

Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach zufolge lag Deutschland am Dienstag in weiten Teilen unter einer "dicken Schneedecke". Auf der Zugspitze in den Alpen lagen bereits 110 Zentimeter Schnee, aber auch in München oder Leipzig seien Schneehöhen von immerhin 16 Zentimeter gemessen worden. Am Mittwoch bringe das Tief "Katharina" von Süden her neuen Schnee, der zusammen mit kräftigem Wind in den Mittelgebirgen und an den Küsten zu Verwehungen und Verkehrsbehinderungen führen könne. Es werde auch noch die ganze Woche über winterlich bleiben.

AFP/DPA / DPA