VG-Wort Pixel

Asiatisch für Anfänger 4 Oh ja, Soja!


Durch Tofuwürstchen ist sie in Misskredit geraten. Auch als Ersatzmilch im cholesterinfreien Cappuccino kommen ihre Reize kaum zur Geltung. Die Sojabohne kann viel mehr - man muss sie nur lassen.

Sexy ist sie ja nun wirklich nicht, die Sojabohne, verglichen mit ihren Verwandten, der schnittigen Feuerbohne etwa oder der geschmackvoll gesprenkelten Wachtelbohne. Irgendwas muss das unscheinbare Pflänzchen dennoch haben: Keine andere Hülsenfrucht hat den Menschen zu derart kühnem Einfallsreichtum angeregt.

Als Würzsauce, Suppenpaste, Fleischersatz - aus der asiatischen Küche ist die Sojabohne nicht wegzudenken, und seit die Wissenschaft dahintergekommen ist, wie gesund sie ist, lässt sich selbst Iris Berben mit der trendigen Sojamilch fotografieren.

Dabei ist die hippe Frucht eine uralte Kulturpflanze - in China wird sie seit mehr als 4000 Jahren angebaut. Unter Umständen, die im Dunkel der Geschichte liegen, muss dann jemand darauf gekommen sein, dass die aus den eingeweichten Bohnen gewonnene Milch wie Kuhmilch gerinnt, wenn man sie mit Essig oder Zitronensaft mischt: Das war die Geburtsstunde des Sojakäses, besser bekannt als Tofu.

Schon das Wort treibt hierzulande vielen einen Schauer über den Rücken. Dabei kann der Tofu nichts dafür, dass ihn einfallslose Produzenten zu einer Würstchen-Zumutung verarbeitet und damit auch gleich all seine Verwandten in Misskredit gebracht haben.

Tatsächlich ist er nämlich nur so lecker oder so fade wie seine Zubereitung, und gesund ist er sowieso: In Soja stecken reichlich Ballaststoffe, B-Vitamine, Vitamin E, Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen, und ihr Eiweiß ist für den Körper fast genauso gut zu verwerten wie das von Fleisch. Also geben Sie sich einen Ruck und der schmucklosen Bohne eine Chance. Man kann sie nämlich wirklich lieb gewinnen.

Unbedingt probieren

Was Skeptiker Tofu zum Vorwurf machen, ist seine Stärke: Er hat kaum Eigengeschmack. Darum passt er zu fast allem und nimmt Aromen bereitwillig auf. Wenn man ihn in Würfel schneidet und frittiert oder brät, bekommt er Biss und fällt nicht mehr auseinander. Dann kann man ihn zusammen mit Gemüse in die Pfanne werfen oder in Kokosmilch mit Currypaste köcheln.

Oder versuchen Sie's mal mit einem Klassiker in neuer Form: Tofu Stroganoff. Dafür Zwiebeln, Knoblauch und Champignons anbraten, mit Brühe und Sherry ablöschen, gebratene Tofuwürfel, Sahne und klein geschnittene Gewürzgurke dazugeben, köcheln, bis alles heiß ist, und mit Senf, Tomatenmark, Salz und Pfeffer abschmecken.

Ruth Hoffmann

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker