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Projekt des Nabu: Gefährdete Schönheit - mit Virtual Reality in die Ostsee abtauchen

Seegraswiesen wiegen im Wasser, Schweinswale tauchen wie aus dem Nichts auf und bunte Seenelken strahlen um die Wette: Die Ostsee bietet ein faszinierendes Unterwasserreich. Erstmals kann es nun mithilfe einer virtuellen Unterwasser-Realität bestaunt werden.

Lebensraum Ostsee: Schweinswale fühlen sich hier wohl, ebenso wie orange leuchtende Seenelken

Lebensraum Ostsee: Schweinswale fühlen sich hier wohl, ebenso wie orange leuchtende Seenelken

So nah und doch so fern - für kaum ein Gewässer trifft das mehr zu als für die . Was viele Menschen nicht wissen: Unter der Wasseroberfläche des weltgrößten Brackwassermeeres liegt ein faszinierendes Unterwasserreich. Filmer des Nabu haben sich auf die Suche nach versteckten Perlen der Ostsee gemacht - und sind fündig geworden. Vor ihrer Linse tauchen spielende Robben auf, Schweinswale schieben sich durch das Bild und bunte Anemonen funkeln am Meeresgrund. 

Die Aufnahmen sind Teil des Projekts "Ostsee Life" - der deutschlandweit ersten virtuellen Unterwasser-Realität, die heute auf der Seite des Nabu vorgestellt wird. Für Eilige: Hier geht es direkt zu dem Projekt. 

Die Animation bietet faszinierende Einblicke in eine Welt, die den meisten Menschen ansonsten für immer verborgen geblieben wäre. Anstatt mit Schnorcheln und Tauchausrüstung lässt sich die Ostsee mit der Maus am heimischen Computer erkunden. Die Bilder für das aufwendige Projekt wurden in zwei Wochen und mehr als einem Dutzend Tauchgängen aufgenommen und zu einem multimedialen Projekt zusammengesetzt.

Ostsee in Gefahr

"Ostsee Life" soll Menschen für die Bedürfnisse des empfindlichen Ökosystems sensibilisieren, das täglich durch Überfischung, Schiffsverkehr und Verschmutzung bedrängt wird. "Kaum jemand weiß, dass heute jede dritte Art in der Ostsee bedroht ist", sagt Kim Detloff, Leiter des Bereichs Meeresschutz beim Nabu, zum stern. "Die Seegraswiesen, auch Kinderstube der Ostsee genannt, gehen aufgrund der Nährstoffbelastung immer weiter zurück. Unser einziger heimischer Wal, der Schweinswal, ist in der zentralen Ostsee vom Aussterben bedroht. Hier leben nur noch etwa 500 Tiere. Und obwohl die Belastung der Ostsee gut dokumentiert ist, ändert sich zu wenig. Selbst Meeresschutzgebiete stehen nur auf dem Papier."

Die Hoffnung der Projektleiter: Wer sieht, was es zu schützen gilt, kann Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen. Kim Detloff ist sicher: Jeder/Jede Einzelne kann seinen Beitrag dazu leisten, nämlich "darüber wie ich konsumiere und wie ich Urlaub mache".

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stern