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Archäologie Forscher zeigen: Urmenschen bauten sich künstliche Inseln – dort feierte die Elite ihre rauschenden Feste

Crannog in Irland
Ein Crannog in Irland
© Ludovic Debono / Getty Images
Auf künstlich errichteten Inseln, sogenannten Crannógs, traf sich vor Jahrtausenden die hohe Gesellschaft aus den Gebieten des heutigen Irland und Schottland. Eine DNA-Untersuchung gibt Aufschlüsse über das Leben damals.

Crannógs sind künstliche, meist runde Inseln, die aus Baumstämmen, Sand und Steinen gebaut wurden. In Irland und Schottland gab es bis zum Hochmittelalter viele dieser künstlichen Inseln, manche davon sind auch heute noch erhalten. Teilweise stammen sich noch aus der Jungsteinzeit. Früher wurden diese Landschaften offenbar auch als Zentren der Macht genutzt, wie Forschungen von Wissenschaftler:innen aus Großbritannien zeigen.

Die Forschenden untersuchten DNA-Spuren, die sie in Sedimenten in der Nähe von bis zu 6000 Jahre alten Crannógs in Schottland und Nordirland gefunden hatten. Dabei stießen sie unter anderem auf das Erbgut von Kühen, Schafen und Ziegen. Zudem wurden Knochen der Tiere gefunden. Dies lässt darauf schließen, dass die Nutztiere auf der Insel als Nahrungsquelle gehalten wurden und bei Festmählern geschlachtet wurden.

DNA-Analyse zeigt: An Nahrung mangelte es nicht

Wahrscheinlich lebte also die Elite der damaligen Gesellschaft auf diesen künstlichen Inseln, schreiben die Forscher:innen in ihrem Beitrag für das Fachjournal "Antiquity". Im Zuge der Untersuchungen hätten sie häufig Hinweise auf Aktivitäten und Güter gefunden, die für einen "hohen Status" sprechen, so die Forscher:innen.

Das spreche dafür, dass auf den Inseln nicht nur kostbare Ressourcen aufbewahrt worden, sondern lege auch nahe, dass es sich um "ein gewisses Maß an sozialer Ausgrenzung in Verbindung mit der Demonstration von Macht und Reichtum" gehandelt habe.

Schon damals gingen die Wohlhabenden der Gesellschaft offenbar wenig rücksichtsvoll vor: Es gebe Anzeichen für Verschwendung und Verschmutzung, heißt es in der Studie – zum Beispiel durch die Abholzung der Wälder, um die Inseln zu bebauen.

Die Forschenden gehen davon aus, dass es auf den Inseln Handwerker gegeben habe, sowie Schlachtungen für ausschweifende Party der Elite.

Quellen: "Antiquity" / "Heritage Daily"

epp

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