"Discovery" Countdown - trotz Materialproblem


Im Isolierschaum rund um den Außentank wurde ein zwölf Zentimeter langer Riss gefunden - gleichwohl soll die "Discovery" heute starten. "Wir sind bereit", heißt es bei der Nasa.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat trotz des Risses im Isolierschaum am Außentank grünes Licht für den Start der Raumfähre "Discovery" mit dem Deutschen Thomas Reiter an Bord gegeben. "Wir sind bereit für den Countdown", sagte Nasa-Manager Bill Gerstenmeier in Cape Canaveral in Florida. Der Spaceshuttle soll jetzt heute, am Unabhängigkeitstag der USA, um 14.38 Uhr Ortszeit (20.38 Uhr MESZ) abheben.

Die Entscheidung für den Start sei einstimmig gefallen, sagte Gerstenmeier. Auch die siebenköpfige Crew habe auf Grund der Testergebnisse das Vertrauen gewonnen, dass die "Discovery" startklar sei. Wegen aufziehender Gewitter musste die Nasa bereits die ersten beiden Countdowns abbrechen. Für heute haben die Meteorologen eine Chance von 60 Prozent für einen Start vorhergesagt.

Kein Schaden zu befürchten

Nasa-Techniker hatten den etwa zwölf Zentimeter großen Riss bei einer Routineinspektion am Sonntagabend gefunden. Darüber hinaus war ein kleines Stück Isolierschaum abgebrochen. Nach Nasa-Angaben hat es einen Durchmesser von siebeneinhalb Zentimetern. Er glaube nicht, dass dies ein zusätzliches Risiko bedeute, sagte Gerstenmaier. Ein Schaden wäre nach Angaben aus Nasa-Kreisen erst bei einem mindestens doppelt so großen Teil zu befürchten.

Der Riss befindet sich im Isolierschaum um eine der Klammern, die die am Außentank entlanglaufende Sauerstoffleitung festhalten. Er ist nach Angaben der Nasa durch die hohen Temperaturunterschiede beim Be- und Enttanken entstanden. Wegen der extremen Kälte des flüssigen Sauerstoffs zieht sich der 47 Meter hohe Außentank beim Betanken zusammen. Beim Enttanken nach abgebrochenem Countdown weitet sich die dünne Aluminiumhülle wieder.

Die Nasa reagiert nach der tödlichen Tragödie um die Raumfähre "Columbia" am 1. Februar 2003 besonders vorsichtig. Ein abgefallenes Stück Schaumstoff hatte damals beim Start ein Loch in den Hitzeschild des linken Flügels geschlagen. Vor dem "Columbia"-Unglück habe man einem solchen Riss wie jetzt bei der "Discovery" nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt, sagte Nasa-Manager John Shannon.

DPA/AP AP DPA

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