Enceladus Eisige Vulkane jenseits des Saturn


Raumsonde "Cassini" hat dem Ringplaneten Saturn und seinen Monden schon einige Geheimnisse entlocken können. Nun machte sie auf dem Mond Enceladus eine erstaunliche Entdeckung.

Auf dem Saturnmond Enceladus gibt es offenbar Eisvulkane. Wie Wissenschaftler in Los Angeles mitteilten, registrierten die Instrumente der amerikanisch-europäischen Raumsonde "Cassini" bei einem Vorbeiflug am 14. Juli Hinweise auf eine riesige Wasserdampfwolke am Südpol des Mondes, der lange als kalt und tot galt. "Das ist so erstaunlich, als wenn wir an der Erde vorbeiflögen und entdeckten, dass die Antarktis wärmer als die Sahara ist", sagte ein Mitglied des "Cassini"-Teams, John Spencer, in einer Mitteilung.

Aktiver Vulkanismus auf Enceladus

Falls sich diese Entdeckung weiter bestätigen lässt, würde der kleine Saturnmond in die Klasse geologisch aktiver Monde wie Jupiters Io und Neptuns Triton rücken. "Enceladus ist das bislang kleinste Objekt, das einen aktiven Vulkanismus zu haben scheint", erklärte Torrence Johnson vom "Cassini"-Team in Pasadena. Seine geologisch junge Oberfläche aus Wassereis, das von der Hitze darunter aufgeweicht werde, sei vergleichbar mit Gebieten auf den Jupitermonden Europa und Ganymed, erklärte Johnson.

Der Vorbeiflug in rund 175 Kilometer Entfernung habe weiter bestätigt, dass Enceladus eine beträchtliche Atmosphäre habe, die womöglich durch Vulkanismus und Geysire oder von Gasen geschaffen wurde. Von den Saturnmonden wurde bisher nur bei Titan eine dicke Atmosphäre nachgewiesen. Die Tatsache, dass sich bei dem schwachen Magnetfeld von Enceladus eine Atmosphäre halte, deute darauf hin, dass sie ständig erneuert werde. Eine Analyse mit den wissenschaftlichen Instrumenten "Cassinis" habe ergeben, dass die Atmosphäre des Enceladus zu zwei Dritteln aus Wasserdampf bestehe. Am Südpol sei eine Temperatur von minus 188,33 Grad gemessen worden, was wärmer sei als vermutet.

AP


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker