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Erstmals Panne mit Sojus-Kapsel: Kosmonauten müssen auf der ISS ausharren

Sie sollten mit einer Sojus-Kapsel wieder zur Erde fliegen - doch der Verbindungshaken zur Internationalen Raumstation (ISS) ließ sich nich lösen. Nun müssen die drei Raumfahrer auf der ISS ausharren. Es ist das erste Mal überhaupt, dass eine Sojus-Kapsel Probleme bei der Rückkehr hat.

Technische Probleme verzögern die Rückkehr einer bemannten Sojus-Kapsel von der Internationalen Raumstation ISS zur Erde. Der Rückflug sei auf Samstag verschoben worden, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos am Freitagmorgen nach Angaben der Agentur Interfax mit. Für die drei Besatzungsmitglieder bestehe keine Gefahr, sagte Roskosmos-Chef Anatoli Perminow. Die beiden russischen Kosmonauten und eine US-Astronautin wurden zurück aus dem Raumgleiter in die ISS beordert. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Internationalen Raumstation, dass eine russische Sojus-Kapsel nicht planmäßig von der ISS ablegen konnte.

Eigentlich sollte die Sojus mit Alexander Skworzow, Michail Kornijenko und Tracy Caldwell Dyson um 3.35 Uhr MESZ abkoppeln. Allerdings ließ sich der Verbindungshaken nicht lösen. Der an Bord der ISS verbliebene russische Kosmonaut Fjodor Jurtschichin entdeckte daraufhin ein etwa zwei Zentimeter langes Objekt unter dem Gehäuse der Automatik. Möglicherweise sei es ein Zahnrad, sagte Jurtschichin nach Angaben der Agentur Ria Nowosti.

Weitere Test sind notwendig

Die Experten in der Flugleitzentrale nahe Moskau vermuteten, dass deswegen die Automatik das Abdocken nicht gestattete. Weitere Tests seien notwendig, sagte Perminow. Die Astronauten hätten ihre Raumanzüge wieder ausgezogen und sollen jetzt erst einmal schlafen. Die Muster biotechnologischer Experimente wurden aus der Landekapsel geholt und wieder in Kühlschränken verstaut.

Die drei Raumfahrer waren seit Anfang April auf der ISS in 350 Kilometer Höhe für zahlreiche wissenschaftliche Experimente verantwortlich. Am 10. Oktober soll eine Sojus-Kapsel mit den Russen Oleg Skripotschka und Alexander Kaleri sowie dem Amerikaner Scott Kelly an der ISS andocken.

Swd/DPA/DAPD / DPA