Europäische Mars-Sonde Rote Weihnachten


Die europäische Raumsonde Mars-Express nähert sich planmäßig dem Roten Planeten, auf dem sie am ersten Weihnachtstag landen soll.

Die europäische Raumsonde Mars-Express nähert sich planmäßig dem Roten Planeten, auf dem sie am ersten Weihnachtstag landen soll. Wie Mike McKay, Chef des Kontrollzentrums der Europäischen Raumfahrtagentur ESA, am Mittwoch in Darmstadt erklärte, ist das unbemannte Raumschiff nur noch rund fünf Millionen Kilometer vom Mars entfernt. Am 19. Dezember soll von der Raumsonde die Landeeinheit Beagle 2 vom Mutterschiff abgesprengt werden.

Raumsonde hatte mit Problemen zu kämpfen

Mars-Express soll nach Spuren von Wasser und Leben auf dem Roten Planeten suchen. Dazu soll Beagle 2 mit Hilfe eines Bohrers auch den Untergrund der Marsoberfläche erforschen. Wie der für die Landeeinheit zuständige ESA-Wissenschaftler Colin McCarthy berichtete, wird Beagle 2 durch zwei Fallschirme abgebremst. Ein Zerschellen soll zudem ein System mehrerer Airbags verhindern, die den Aufprall auf der Marsoberfläche abfedern. Die Gesamtkosten der Mission werden von der ESA mit 300 Millionen Euro angegeben.

ESA-Projektmanager Rudi Schmidt berichtete von Problemen, mit denen die Raumsonde auf ihrem 400 Millionen Kilometer langen Flug zu kämpfen hatte. So hätten die schweren Sonnenstürme im Sommer und Herbst vorübergehend zu einem Ausfall der sich an Sternenbildern orientierenden Navigationsinstrumente geführt. Wegen eines mangelhaften Kabels sei zudem die Stromversorgung beeinträchtigt. Beide Probleme gefährdeten aber nicht den Erfolg der Mission oder der wissenschaftlichen Experimente.

"Großer Tag für Europa"

McKay sagte, die so genannten Star Tracker seien von den Sonnenstürmen regelrecht geblendet worden. Das Problem sei durch eine verbesserte Software inzwischen behoben. Aufgrund des defekten Kabels liege die Stromversorgung derzeit nur bei etwa 70 Prozent der normalen Leistung. Dem sei durch einen sparsameren Stromverbrauch begegnet worden.

Die Landung des ersten Raumfahrzeugs der ESA auf einem fremden Planeten werde ein "großer Tag für Europa und ein großer Tag für die Menschheit", erklärte McKay. Während die Landeeinheit den Mars am Boden erforscht, wird das Mutterschiff für mindestens zwei Jahre um den Roten Planeten kreisen und vom Weltraum aus, nach Spuren des Lebens suchen. Dazu stehen der Sonde hochauflösende Kameras, Radargeräte und Massenspektrometer zur Verfügung.


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