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Exoplanet entdeckt: Die Krümmung des Lichts

Er kreist nicht um unsere Sonne, sondern um einen kleinen roten Stern. Dennoch ähnelt OGLE-2005-BLG-390Lb der Erde. Aufgespürt haben ihn Forscher mit Hilfe einer neuen Technik der Planetenjagd.

Eine internationale Forschergruppe hat den bislang kleinsten erdähnlichen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Der so genannte Exoplanet hat nur rund fünf Mal so viel Masse wie die Erde und umkreist seinen Stern in etwa zweieinhalbfach größerem Abstand als unser Heimatplanet die Sonne. Er besteht vermutlich aus Gestein und Eis, wie die Astronomen im britischen Fachjournal "Nature" berichten.

Da sein Stern viel schwächer strahlt als die Sonne, dürfte es auf dem OGLE-2005-BLG-390Lb bezeichneten Planeten rund minus 220 Grad Celsius kalt sein und damit ähnlich frostig wie auf dem Eiszwerg Pluto am Rande unseres eigenen Sonnensystems. Das mache Leben auf dem neu entdeckten Himmelskörper unwahrscheinlich, erklärte Pascal Fouqué vom Astrophysikalischen Labor von Toulouse und Tarbes.

Der neue Exoplanet liegt im Sternbild Schütze in der sehr großen Entfernung von 25.000 bis 28.000 Lichtjahren - das entspricht rund einem Viertel der Ausdehnung unserer Milchstraße. Er umkreist seinen Stern einmal in zehn Erdjahren.

Suche nach einer zweiten Erde

Der Exoplanet wurde mit Hilfe einer für die Planetenjagd entwickelten neuen Technik gefunden, dem so genannten Mikro-Gravitationslinseneffekt. Dabei verrät sich der normalerweise in keinem irdischen Teleskop sichtbare Planet durch seine Schwerkraft, die gemäß Albert Einsteins Relativitätstheorie das Licht eines dahinter liegenden Sterns krümmt, wenn er zufällig vor diesem vorbeizieht. Im Probing Lensing Anomalies Network fahnden Astrophysiker aus zwölf Staaten nach solchen Ereignissen.

"Die Suche nach einer zweiten Erde ist der Antrieb für unsere Forschung", sagt Daniel Kubas vom European Southern Observatory in Santiago de Chile. Die Forscher hoffen, mit Hilfe der neuen Methode bald einen fremden Zwilling unserer eigenen Welt zu finden. Mit der neuen Methode wurden bisher drei weit entfernte Exoplaneten gefunden.

Bisher ließen sich nur Riesenplaneten aufspüren

Insgesamt sind mittlerweile mehr als 170 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems bekannt. Die meisten davon liegen vergleichsweise dicht an der Erde und verrieten sich durch die Schlingerbewegung, die sie ihrem Stern durch die eigene Schwerkraft aufzwingen. Entsprechend sind diese Exoplaneten in der Regel sehr viel größer als die Erde - etwa wie der Riesenplanet Jupiter, der rund 300 Mal so viel Masse besitzt wie unser Heimatplanet. Außerdem umkreisen sie ihre Sonne in sehr engen Bahnen.

Mit dieser Methode ist es jedoch unmöglich, kleine, blau-grüne Planeten aufzuspüren, die ihre Sonne in einem Abstand von rund 150 Millionen Kilometern umkreisen - Planeten also, die der Erde ähneln.

DPA/aun / DPA