Hubble-Teleskop Blick in die Kinderstube des Universums


Eine elftägige Langzeitbelichtung und Weltraumteleskop Hubble machten es möglich: "Zum ersten Mal schauen wir auf Sterne zurück, die sich aus der Tiefe des Urknalls gebildet haben."

Eine neue Aufnahme des Weltraumteleskops Hubble ermöglicht der Wissenschaft einen Blick in die Kinderstube des Universums. "Zum ersten Mal schauen wir auf Sterne zurück, die sich aus der Tiefe des Urknalls gebildet haben", sagte der Direktor des Space Telescope Science Institute, Steven Beckwith, am Dienstag in Baltimore. Erstaunt zeigten sich die Wissenschaftler von den bizarren Formen der fernen Galaxien.

Die Hubble-Kameras fingen in einer Langzeitbelichtung von einer Million Sekunden - das sind mehr als elfeinhalb Tage - in rund 400 Erdumdrehungen Lichtwellen auf, die vor mehr als 13 Milliarden Jahren durchs Universum eilten. Damals befand sich das Universum noch in den frühen Phasen seiner Entwicklung. Die vorherrschende astronomische Theorie besagt, dass das Universum vor 13,7 Milliarden Jahren in einem Urknall entstanden ist.

Ein Chaos aus 10.000 Galaxien

Die Aufnahme zeigt etwa 10.000 Galaxien, einige von ihnen in chaotisch wirkender Formgestaltung. Die Aufnahme erfasst nur einen äußerst kleinen Teil des Himmels unterhalb des Sternbilds Orion, bezeichnet als "Hubble Ultra Deep Field" (HUDF). Dieser wurde mit einer bisher nie dagewesenen Tiefe dargestellt. Die Wissenschaftler verglichen das Foto mit der präzisen Aufnahme des Prägedatums einer Münze aus einer Entfernung von 1,6 Kilometern. "Diese Bilder werden noch über Jahre hinweg in den astronomischen Handbüchern zu finden sein", sagte Beckwith. Jetzt beginne eine intensive Erforschung der Aufnahme mit möglicherweise neuen Erkenntnissen zur Entstehung von Sternen und Galaxien.

Das Foto aus der Tiefe des Raums ist vielleicht eine der letzten Aufnahmen von Hubble. Das Weltraumteleskop ist auf eine regelmäßige Wartung durch Astronauten angewiesen. Die NASA hat jedoch angekündigt, dass sie diese als Folge des "Columbia"-Unglücks einstellen wird. Ohne Reparaturen könne Hubble vielleicht schon in diesem Jahr ausfallen, sagte Beckwith. Mit etwas Glück könne das Teleskop aber auch noch fünf weitere Jahre seine Arbeit verrichten.

Paul Recer, AP AP

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