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Internationale Raumstation: Auf der ISS werden die Segel gehisst

Die ISS ist zur Zeit die größte Weltraum-Baustelle - nun hat sie zwei neue Sonnensegel. Sie versorgen die Station mit mehr Strom und sind nötig für den geplanten Ausbau der Internationalen Raumstation.

Die internationale Weltraumstation ISS hat zwei neue Sonnensegel. Ihr Aufbau erfolgte am Donnerstag nach Angaben der Nasa reibungslos. Die 73 Meter langen Segel sollen künftig die Energieversorgung der ISS sichern. Mit ihrem Aufbau wurde der wichtigste Teil der Arbeit der Weltraumfähre "Atlantis" abgeschlossen, die die siebzehneinhalb Tonnen schwere Konstruktion am Montag zur ISS gebracht hatte.

Aufbau ging nur langsam voran

"Es ist ein großer Tag für die Raumstation", sagte Nasa-Sprecherin Pam Melroy im Kontrollzentrum in Houston. Und "Atlantis"-Kommandant Brent Jett funkte zur Erde: "Die Mannschaft hat Super-Arbeit geleistet."

Für den Transport von der Erde waren die Segel wie eine Ziehharmonika zusammengefaltet worden. Um Probleme wie bei der Montage des ersten ISS-Sonnensegels im Jahr 2000 zu verhindern, ging der Aufbau nur sehr langsam voran. Damals stockte die Ausbreitung des Segels und die Astronauten mussten ins All, um das Segel wieder flott zu bekommen. Diesmal wurden die Segel zunächst nur zur Hälfte ausgefahren. Danach wurde eine 30-minütige Pause eingelegt, damit die Konstruktion Wärme durch die Sonne aufnehmen könnten.

"Atlantis" soll bald abkoppeln

Die neuen Sonnensegel sollen die Energieversorgung an Bord der ISS verdoppeln. Doch sollen sie erst nach einem weiteren Shuttle-Besuch im Dezember in Betrieb genommen werden. Der Anbau der rund 293 Millionen Euro teuren Teile ist die erste Erweiterung der ISS, seit dem Absturz der Raumfähre "Columbia" 2003. Danach hatte die Nasa ihr Shuttle-Programm und damit auch den Ausbau der Raumstation vorübergehend eingestellt.

"Atlantis" soll sich am Sonntagmorgen von der ISS abkoppeln und ihren Rückflug zur Erde antreten. Dort wird sie am 20. September erwartet. Auf der ISS bleibt unter anderem der deutsche Astronaut Thomas Reiter zurück. Er wurde im Juli an Bord der US-Fähre "Discovery" ins All gebracht und soll dort bis zu sieben Monate lang den Einbau des europäischen Raumlabors "Columbus" vorbereiten.

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AP / AP