Waren es "Bengalische Feuer" an Champagnerflaschen, die den furchtbaren Brand in der Bar "Le Constellation" ausgelöst haben? Auch zwei Tage nach dem Unglück, das 40 Menschen das Leben gekostet hat, ist die genaue Brandursache noch immer unklar; die sprühenden Wunderkerzen aber sind die Hauptverdächtigen.
Dabei sei "Le Constellation" ein sicherer Ort für die Jugend gewesen, weil man hier einfach hinkommen konnte, wie Rodrigo Bras Rosa aus Crans-Montana dem stern sagte. Ein bisschen Bar, ein bisschen Tanzfläche, nichts Besonderes, kein High-End-Club für die Gutbetuchten, sondern Bier ab 16 Jahren.
Crans-Montana: Normale Jugendliche unter Promis
Auch sie, die Normalen, gibt es hier, 1500 Meter über dem Rhone-Tal, in diesem Ort, der seit vielen Jahrzehnten die Reichen und Schönen anlockt. Ex-James-Bond-Darsteller Roger Moore hat hier gelebt und ist hier gestorben. Im Sommer lassen sich Stars wie Justin Timberlake und früher Models wie Cindy Crawford zum Golfen blicken. Und hinter schlichten (und manchmal etwas zu großen) Fassaden lebt diskret der Geldadel.
Es waren Ärzte, die Ende des 19. Jahrhunderts ihre Patienten nach Crans-Montana schickten. Hier war es ruhig, die Luft frisch und von Fichtenduft erfüllt. Aus dem Kurort wurde über die Zeit ein Skiort, so wie bei vielen anderen Alpendörfern auch. Aber über Crans-Montana schien die Sonne besonders hell. Als 1987 hier die Ski-Weltmeisterschaft gastierte, bescherte sie dem heimischen Schweizer Team eine nie da gewesene Medaillen-Flut. Danach schlich sich der Niedergang heran.
Vor zehn Jahren begannen internationale Investoren, ihr Geld in den Ort zu stecken. Mit dem Tschechen Radovan Vitek ging das schief, mittlerweile ist der US-Konzern Vail Resorts eingestiegen – der weltgrößte Skigebiet-Betreiber. Während die Zahl der Luxushotels steigt, werden die Mittelklasse-Häuser immer weniger. Günstig ist Crans-Montana nur für Kinder unter sechs Jahren. Denn sie brauchen keinen Skipass mehr.