HOME

Marsmission: Hat Phoenix Eis freigeblasen?

Ein fast ein Meter großer weißer Fleck direkt unter der Raumsonde Phoenix lässt Forscher hoffen: Bei der Landung wurde vielleicht Eis freigelegt. Nun soll der Roboterarm ran, der sich derweil schon auf dem Mars verewigt hat.

Es war eine Traumlandung - nach einem stundenlangen Landeanflug und bangem Warten öffnete sich der Fallschirm. Die Bremsraketen wurden im richtigen Moment gezündet und Phoenix setzte sanft auf dem Mars auf. Möglicherweise haben die Schubdüsen der Sonde bei der Landung Mars-Staub weggeblasen und so darunter gelegenes Eis freigelegt: Die Weltraumforscher entdeckten unter der Sonde einen fast runden weißen Fleck. Knapp einen Meter im Durchmesser soll die Fläche groß sein. Zu sehen ist sie auf einem Schwarzweißbild, das die deutsche Kamera auf dem Roboterfarm der Sonde geschossen hat. "Es sieht tatsächlich so aus, als wenn wir da Eis haben unter einer losen Schicht Schmutz und Erde", sagte Horst Uwe Keller of Max Planck Institute für Sonnensystemforschung in Katlenburg- Lindau.

Untersuchungen in den kommenden Tagen sollen nun Klarheit bringen. Der Roboterarm jedenfalls ist startklar für diese Mission: Die Nasa-Forscher haben in einem ersten Testlauf den 2,3 Meter langen Arm ausprobiert: Zum ersten Mal bewegte er sich gen Marsboden und hat sich dort auch prompt verewigt, wie ein Foto nun belegen konnte. Der Abdruck, den die Schaufel gemacht hat, sieht kurioserweise aus, als wenn ein Riese barfuß über den Mars getapst ist. Die Wissenschaftler verpassten ihm den Spitznamen "Jeti". Er markiert gewissermaßen die Zone, in der der Roboteram in den nächsten Tagen und Wochen Bodenproben entnehmen soll. Für die Wissenschaftler war das ein voller Erfolg: "Bei dieser ersten Berührung konnten wir den Arm präzise einsetzen", sagte David Spencer, Manager der Phoenix-Mission in Pasadena im US-Bundesstaat Kalifornien.

Auf der Suche nach Leben

Die Aktion war die erste einer ganzen Reihe, die für die nächsten Wochen geplant sind. Es ist eine der Hauptaufgaben von Phoenix auf dem Mars nach Wasser zu suchen. Die Sonde soll deswegen in den nächsten 90 Tagen mit einer Schaufel im Permafrostboden graben. Die Proben werden dann anschließend in den Labors der Sonde analysiert. Die Hoffnung der Forscher: Etwa 30 Zentimeter unter der Erde könnte es eine Eisschicht geben. Und sollte es Wasser auf dem Mars geben, könnte sich darin auch Leben entwickelt haben.

Noch vor einigen Tagen verpasste eine Untersuchung von Harvard-Forschern den großen Erwartungen allerdings einen Dämpfer: Die Wissenschaftler glauben nicht an Leben auf dem Mars. Wahrscheinlich sei der Salzgehalt im Marswasser so hoch, dass sich dort nie Organismen hätten entwickeln können, schreiben die Forscher in ihrer Studie. Nun hoffen die NASA-Forscher das Gegenteil zeigen zu können.

nis/DPA/AP / AP / DPA
Themen in diesem Artikel