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Meteoritenstück aus See geborgen: Der 600-Kilo-Brocken aus dem All

Im Februar ging ein heftiger Meteorit über der russischen Stadt Tscheljabinsk nieder. Jetzt haben Forscher das bislang größte Stück des Himmelskörpers geborgen.

Acht Monate nach dem spektakulären Absturz eines Meteoriten in Russland haben Taucher ein rund 600 Kilogramm schweres Bruchstück mit einer Seilwinde aus einem See bei Tscheljabinsk gezogen. Der mächtige Brocken sei vermutlich "eins der zehn größten Fragmente eines Himmelskörpers, das weltweit gefunden wurde", sagte der Forscher Sergej Samosdra am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge.

Die Bergung aus dem Tschebarkul-See rund 1500 Kilometer östlich von Moskau sei "extrem kompliziert" gewesen, sagte der Leiter der Mission, Maxim Schipulin, in der Stadt am Ural. "Der Klumpen lag in fast 20 Meter Tiefe und war in dem trüben Wasser kaum zu sehen." Wissenschaftler hätten die genaue Lage mit Sonargeräten geortet.

Spezialwaage zerbricht unter der Last

Der Brocken sei so schwer, dass sogar eine Spezialwaage an Land die Last nicht ausgehalten habe, sagte Schipulin. Als der Stein mit Hilfe von Seilen auf die Waage befördert werden sollte, war er zunächst in mindestens drei Teile zerbrochen. Die Waage selbst ging zu Bruch, als sie 570 Kilogramm anzeigte. "Wir glauben, dass das ganze Teil mehr als 600 Kilo wiegt", sagte einer der beteiligten Forscher der Internetseite "lifenews.ru".

Weitere Fragmente, die vermutlich in einer etwa drei Meter dicken Schlammschicht am Boden des Sees stecken, sollen vorerst nicht geborgen werden.

Der Meteorit war am 15. Februar 2013 über der mehr als eine Million Einwohner zählenden Stadt Tscheljabinsk und der gleichnamigen Region mit einem grellen Blitz und einer Druckwelle explodiert. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt und etwa 1500 Menschen verletzt. Der Meteorit zerbrach bei seinem Eintritt in die Atmosphäre in mehrere Teile, die größtenteils auf dem Grund des Tschebarkul-Sees vermutet werden. Forschern zufolge hatte der Stein ein Gewicht von 10 000 Tonnen und einen Durchmesser von bis zu 20 Metern.

jwi/AFP/DPA / DPA
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