Panne Einsatz auf ISS abgebrochen


Ein riskanter Weltraumausstieg zur Reparatur der Internationalen Raumstation (ISS) ist wegen einer Technikpanne nach wenigen Minuten abgebrochen worden.

Der US- Astronaut Michael Fincke und sein russischer Kollege Gennadi Padalka seien nach 14 Minuten 22 Sekunden unversehrt in die Station zurückgekehrt, sagte der Sprecher der US-Raumfahrtbehörde NASA, John Petty, in Houston (Texas) am Donnerstag (Ortszeit). Problem sei ein Druckverlust in einer Sauerstoffflasche von Fincke gewesen. Für beide Raumfahrer habe keine Gefahr bestanden.

Schon früher Außenarbeiten abgebrochen

Die russische Bodenkontrolle bei Moskau, die den Ausstieg koordinierte, beorderte Fincke und Padalka zurück in die Raumstation. Zwar seien schon früher Außenarbeiten abgebrochen worden, aber noch nie so schnell, sagte ein Sprecher der Flugleitzentrale in Koroljow. "In vier bis fünf Tagen unternehmen wir einen neuen Ausstieg", kündigte Flugleiter Wladimir Solowjow am Freitag an.

Der 53. Weltraumausstieg seit Einrichtung der Station war seit zwei Monaten vorbereitet worden und galt als besonders kompliziert. Er war auf sechs Stunden angelegt. Die Astronauten sollten eine Schaltplatte reparieren, die kurz nach ihrer Ankunft an der Station im April ausgefallen war. Damit war die Stromversorgung zu einem der vier Steuerkreisel unterbrochen. Ein anderer Steuerkreisel, mit dem die Station auf Kurs gehalten wird, ist seit zwei Jahren defekt.

Kühlsystem in amerikanischen Weltraumanzügen fiel aus

Als die Reparatur beschlossen war, fiel das Kühlsystem in einem der beiden amerikanischen Weltraumanzüge an Bord aus. Deshalb mussten Fincke und Padalka in der Nacht zum Freitag die russischen Anzüge benutzen und aus dem russischen Docking-Modul "Pirs" in den Weltraum aussteigen. Damit verdoppelte sich jedoch der Weg zu dem defekten Steuerkreisel auf etwa 25 Meter.

Kompliziert war die Mission auch, weil sowohl russische als auch amerikanische Bauteile der Station benutzt werden sollten. Deshalb hätten abwechselnd die russische und die amerikanische Bodenkontrolle den Weltraumausstieg dirigieren müssen.

Bislang hatten Astronauten bei Weltraumausstiegen immer einen Kollegen in der Station, um bei Problemen zu helfen. Seit dem Absturz der Raumfähre "Columbia" 2003 fliegen aber nur noch russische Raumschiffe zur ISS, die höchstens zwei Astronauten auf der Station versorgen können.

DPA


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