Internationale Raumstation ISS wegen Kollisionsgefahr evakuiert


Schrecksekunde auf der Internationalen Raumstation: Ein herannahendes Stück Weltraumschrott drohte mit der ISS zu kollidieren. Weil die Nasa den Müll zu spät erkannte, musste die Besatzung vorübergehend Zuflucht in einer angedockten Sojus-Kapsel suchen.

Die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS ist am Donnerstag knapp einer Kollision mit Weltraumschrott entgangen. Ein Teil eines ausgedienten Satelliten sei von der Bodenkontrolle zu spät erkannt worden, um noch ein Ausweichmanöver einzuleiten, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. Die ISS sei deshalb vorübergehend evakuiert worden.

Die drei Crew-Mitglieder Michael Fincke, Sandra Magnus sowie der russische Kosmonaut Yury Lonchakov brachten sich den Angaben zufolge in einer angedockten Sojus-Kapsel in Sicherheit, nachdem sie vor dem drohenden Zusammenstoß gewarnt worden waren. Im Falle eines Einschlages hätten sie die Station mit der Kapsel schnell verlassen können. Nach elf Minuten hatten die Satelliten-Reste die ISS jedoch passiert und die Astronauten konnten in die Station zurückkehren.

"Die Bedrohung der ISS durch Weltraummüll ist vorbei", teilte ein Nasa-Mitarbeiter in Houston im US-Bundesstaat Texas anschließend mit. "Wir sind alle glücklich, dass der Schrott ohne Folgen vorbeigeflogen ist. Das ist eine tolle Nachricht." Der kurzfristige Umzug der ISS-Besatzung sei eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen. Der Weltraummüll war etwa 2,5 Zentimeter groß, wie Nasa-Sprecher Josh Byerly erklärte.

Experten warnen seit Jahren vor den Gefahren durch herumfliegenden Schrott im Weltall. US-Wissenschaftler hatten bereits in der Vergangenheit 13 000 Objekte von Weltraummüll registriert, andere Experten schätzen die Anzahl sehr viel höher und sprechen von mehreren hunderttausend Teilen. Bereits der Aufprall eines ein Zentimeter großen Stückes könnte Satelliten oder die Raumstation schwer beschädigen.

mad/DPA/AP AP DPA

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