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Raumfahrt 2008: Müll, Reparaturen und zwei Weltraumlabore

Am 10. Januar sollte das Space-Shuttle Atlantis zur Raumstation ISS starten - doch der Start wurde wieder verschoben. Dabei hat die Nasa dieses Jahr viel vor, unter anderem plant sie einen Reparatureinsatz am Weltraumteleskop Hubble.

Am 6. Dezember hätte das Space-Shuttle Atlantis eigentlich zur Internationalen Raumstation ISS fliegen sollen. Doch wegen defekter Tanksensoren verschob sich der Start mehrmals. Als neuer Termin war der 10. Januar angepeilt, aber auch dieser wurde jetzt abgesagt. Es gebe ein Problem mit einer Steckverbindung am Außentank, teilte die US-Weltraumbehörde Nasa mit. Da nicht klar sei, wie lange es dauert, die Störung zu beheben, könne vorerst kein neuer Starttermin genannt werden. Der fehlerhafte Stecker verbindet Treibstoffsensoren mit der Bordelektronik. Er soll entfernt, analysiert und ausgetauscht werden.

Wenn Atlantis abhebt, tritt das europäische Weltraumlabor Columbus endlich seinen Weg zur ISS an. Eigentlich hätte es schon 2004 zur Internationalen Raumstation transportiert werden sollen, wegen der "Columbia"-Katastrophe 2003 wurden damals aber sämtliche Shuttle-Flüge abgesagt. Auch vor wenigen Wochen klappte der Start nicht. Die Nasa-Techniker mussten eingestehen, dass sie die seit Jahren bekannten Probleme mit den Tanksensoren noch immer nicht im Griff haben. Die Shuttles gelten nach Jahrzehnte langem Dienst als Auslaufmodell, sogar als Risikofaktor.

Der verschobene Starttermin könnte der Nasa langfristig Probleme bereiten. Denn der Fahrplan 2008 ist randvoll: Schon am 14. Februar steht ein weiterer Start an, diesmal mit der Endeavour-Raumfähre, die Teile des japanischen Labors Kobe zur ISS bringen soll. Ein weiterer Start mit japanischen Kobe-Modulen steht am 24. April an.

Reparatur in 600 Kilometern Höhe

Das Highlight des Weltraumjahres steht im Sommer an. Wieder ist es die Raumfähre Atlantis, die am 7. August 2008 abheben soll. Es geht um das Weltraumteleskop Hubble, das in 600 Kilometern Höhe um die Erde kreist und repariert werden muss. Es ist die fünfte und letzte Reparatur des Teleskops, das durch spektakuläre Bilder über das Geschehen in den Tiefen des Alls - aber auch durch Pannen - Schlagzeilen machte.

"Ein Einsatz an Hubble ist viel schwieriger und deutlich riskanter als eine normale Mission zur ISS", heißt es auf Cape Canaveral. Falls es Probleme mit dem Shuttle gibt, können sich die Astronauten normalerweise in die Station retten - beim Hubble-Einsatz ist dies nicht möglich. Daher wird während der elftägigen Mission auf Cape Canaveral extra ein Shuttle bereit stehen, das jederzeit zu einer Rettungsmission aufsteigen kann.

Unbemannt ist dagegen ein weiterer Einsatz, der zur ISS führt und auf dem europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana seinen Anfang nimmt. Eine Ariane-5-Rakete soll im Februar das Automated Transfer Vehicle (ATV) ins All schicken. Auf Deutsch heißt ATV etwas dröge "automatisches Transferfahrzeug". Seine Aufgabe ist es, fast acht Tonnen Nachschub wie Nahrung, Wasser und Sauerstoff zur ISS zu bringen. Das ATV berechnet seine Flugbahn selbst und soll das Rendezvousmanöver mit der ISS-Station ohne menschliche Steuerungshilfe völlig automatisch bewältigen. Auf dem Rückweg nimmt die Raumfähre mehrere Tonnen Müll von der ISS mit. Auf der Erde landen soll das ATV allerdings nicht, es soll beim Wiedereintritt in die Atmosphäre mitsamt dem Müll verglühen.

DPA / DPA
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