Raumfahrt Nach Wahlsieg zum Mond

Ziel der deutschen Forschungshöhenflüge: der Mond
Ziel der deutschen Forschungshöhenflüge: der Mond
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Im Fall eines Wahlsieges will die CDU die Pläne für ein deutsches Mondfahrtprogramm wiederbeleben. Das soll Arbeitsplätze schaffen und Deutschland auch in der Forschung voranbringen. 1,5 Milliarden Euro würde eine neue unbemannte Mission zum Erdtrabanten kosten.

Deutschland sollte nach Ansicht des Luft- und Raumfahrtkoordinators der Bundesregierung, Peter Hintze (CDU), etwa im Jahr 2015 eine unbemannte Mission zum Mond schicken. Dies würde in einem Zeitraum von fünf Jahren ungefähr 1,5 Milliarden Euro kosten, sagte der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium im ZDF- "Morgenmagazin". Das Projekt müsste von der neuen Bundesregierung nach der Wahl beschlossen werden. Hintze will das Projekt am heutigen Mittwoch im Kabinett vorstellen.

"Wir haben in diesem Jahr fünf Milliarden für die Abwrackprämie von alten Autos mobilisiert, dann werden wir ja doch für fünf Jahre auch 1,5 Milliarden vielleicht hinkriegen", sagte Hintze. Er räumte allerdings ein, dass diese Mittel im Moment nicht zur Verfügung stünden. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt habe eine solche Mission jedoch bereits "sehr gut vorentwickelt". Dabei plädierte Hintze für eine Zusammenarbeit mit anderen europäischen Ländern und den USA.

Hintze betonte: "Es geht dabei ja um Technologien, das heißt um neue Entwicklungen, die nicht nur im Weltraum interessant sind, sondern auch auf der Erde hochinteressant sind." Ein deutscher Schwerpunkt sei die Robotik, also automatisierte Systeme. "Und das wird in der Industrie, aber auch in der Medizin eine Riesenrolle spielen", sagte der CDU-Politiker.

Mondmission ein potenzieller Job-Motor

Eine deutsche Weltraummission könnte daher nicht nur zur Erforschung des Mondes beitragen, sondern auch beim Voranschreiten dieser Technologien helfen. "Ich glaube, dass die Technologien, die damit verbunden sind, mehr Arbeitsplätze generieren als manches, was wir jetzt sonst tun", sagte Hintze.

Dass sich Deutschland rund 40 Jahre nach der ersten Mondlandung mit einem solchen Vorhaben beschäftige, liege auch daran, dass die Raumfahrtnationen generell den Mond als Forschungsobjekt wiederentdeckt hätten. "Der Mond ist das Archiv unseres Sonnensystems", sagte Hintze. Die Weltraumforschung könne Antworten über die Frage liefern: "Wo kommen wir her, wo gehen wir hin?" Zudem könne sie zum Schutz der Erde vor Gefahren beitragen. "Der Mond ist so etwas wie ein natürlicher Raumflughafen der Erde", warb Hintze. Er sei auch eine hervorragende Forschungsplattform.

DPA/Reuters DPA Reuters

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