Raumsonde Phoenix Es schneit auf dem Mars


Auf dem Roten Planeten rieseln weiße Flocken aus den Wolken. Zeuge des Treibens wurde jetzt die Nasa-Marssonde Phoenix, als sie die Atmosphäre mit einem Laser untersuchte. Bevor der Schnee jedoch den Boden berührte, verdampfte er.

Der Nasa ist schon im September wie Weihnachten zumute: Aus einer Wolke in vier Kilometern Höhe genau über dem "Phoenix"-Landeplatz rieseln weiße Schneeflocken. Mit Hilfe eines Laser spürte die Marssonde Phönix, die im Mai nahe des Mars-Nordpols gelandet war, das weiße Treiben auf. Mit den Bordinstrumenten der Sonde untersuchen die Forscher die Zusammensetzung des Bodens und der Atmosphäre. Mit einem Lasermessgerät können sie die Staubpartikel und die Wolkenverteilung in der Marsatmosphäre in bis zu 20 Kilometern Höhe untersuchen. Bei der Auswertung der Daten stießen sie auf Hinweise für Schnee, der sich aus den Wolken über Phoenix löste. "So was haben wir beim Mars noch nicht gesehen", berichtet der Nasa-Wissenschaftler Whiteway.

Allerdings verdampft der Niederschlag, noch bevor er den Boden erreicht. Die Forscher suchen daher nun konzentriert nach Orten, an denen der Schnee doch die Oberfläche erreicht und dort die Zusammensetzung der Marsgesteine mit beeinflusst haben könnte, teilt die amerikanische Weltraumbehörde NASA mit, die den Marslander Phoenix steuert.

Feuchtgebiet Mars

Weitere Untersuchungen des Bodens an der Landestelle von Phoenix ergaben eine Zusammensetzung des Untergrunds aus Karbonaten und Tonmineralen, genauer gesagt Kalziumkarbonat (Kalk) und Phyllosilicat. Da ähnliche Materialien auf der Erde jedoch nur in Anwesenheit von flüssigem Wasser entstehen, schließen die Forscher auf eine feuchte Vergangenheit des Mars. Wie sie in den Boden gelangten, sei ein Rätsel.

Die Marssonde Phoenix hat in den bisherigen Bodenproben schon Anzeichen von gefrorenem Wasser entdeckt. Die Forscher überlegen daher, ob und wie dieses Eis tauen könnte. Dies wäre ein Nachweis für lebensfreundliche Bedingungen auf unserem Nachbarplaneten, den die Marsmission Phoenix erbringen soll.

Zu den größten Erfolgen der im Mai mit der Landung der Sonde begonnenen Mission gehört der Nachweis von Eis auf dem Mars. Der Boden im Landegebiet wurde zudem als leicht alkalisch bestimmt und enthält wichtige Nährstoffe und Mineralien. "Ist das eine bewohnbare Region auf dem Mars? Wir nähern uns dieser Hypothese", sagte der Wissenschaftler Peter Smith. "Wir lernen aber auch, dass der Mars viele Überraschungen für uns hat und wir unsere Untersuchung noch nicht abgeschlossen haben."

DPA/DDP DPA

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