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Shuttle-Reparatur: Handarbeiten im All

Golden prangt das neue Sonnensegel an der Raumstation ISS. Beim defekten Hitzeschild der Raumfähre "Atlantis" indessen ist die Kreativität der Astronauten gefragt: Mit Nähzeug sollen sie die umgeknickte Isoliermatte reparieren.

Bei der Reparatur des Hitzeschildes an der Raumfähre "Atlantis" müssen die Astronauten im All womöglich ihr Geschick im textilen Gestalten unter Beweis stellen. Durch die gewaltigen Reibungskräfte und Luftströmungen beim Start war am linken oberen Heck eine 10 mal 15 Zentimeter große Ecke der Isoliermatte umgeknickt. Sie soll möglicherweise mit Hilfe der Nähausrüstung befestigt werden, die die Astronauten zur Reparatur ihrer Raumanzüge dabei haben. "Klebeband funktioniert nicht in der Schwerelosigkeit des Alls", erklärte Flugdirektor John Shannon im Nasa-Kontrollzentrum in Houston in Texas.

Die am Montag getroffene Entscheidung, den Hitzeschild vor der Landung zu reparieren, bedeutet, dass die "Atlantis" zwei Tage später zur Erde zurückkehren wird als geplant. Der Zeitpunkt für die Notreparatur ist jedoch weiter unklar. Ob die Crew den Schaden an einer Isoliermatte am Heck des Shuttles während des dritten oder während des vierten und letzten Außenbordeinsatzes behebt, werde am Mittwoch entschieden, sagte John Shannon.

Neues Antlitz für die ISS

Einen Tag nach ihrer Installation wurden in der Nacht die neuen Sonnensegel der Internationalen Raumstation (ISS) entfaltet. Die beiden Panel mit einer Spannweite von insgesamt 73 Metern bieten der Raumstation eine zusätzliche Stromversorgung mit einer Leistung von 14 Kilowatt. Die Einrichtung des dritten Solarmoduls der Raumstation erfolgte nach Angaben der Nasa ohne Probleme.

Die knifflige Mission gab der Internationalen Raumstation ein gänzlich neues Antlitz: Die golden umrandeten Segel strecken sich weit ins All und glitzern im grellen Sonnenlicht. Der damit gewonnene Strom ermöglicht die künftige Installation von Labormodulen, die von der Europäischen Raumfahrtbehörde und in Japan gebaut werden.

AP/DPA/Reuters / AP / DPA / Reuters