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Was passierte auf der Erde im Jahr 775? Forscher lösen offenbar Rätsel um kosmische Strahlung


Die Analyse von Baumringen ließ Forscher grübeln: Im Jahr 775 traf ein ungewöhnlich starker Schauer von kosmischer Strahlung die Erde. Nun wurde höchstwahrscheinlich die Ursache des Rätsels gefunden.

Wissenschaftler aus Jena haben möglicherweise die Ursache eines rätselhaften Anstiegs kosmischer Strahlung vor mehr als 1200 Jahren entdeckt. Die Strahlung könne von der Kollision und Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher verursacht worden sein, schreiben die am Astrophysikalischen Institut Jena arbeitenden Forscher Ralph Neuhäuser und Valeri Hambaryan in der Zeitschrift "Monthly Notices", die von der Königlichen Astronomiegesellschaft in Großbritannien herausgegeben wird. Denkbar sei als Ursache auch der Zusammenstoß zweier Neutronensterne, sogenannter Weißer Zwerge.

Hambaryan und Neuhäuser liefern damit mögliche Erklärungen für ein Phänomen, das ein japanischer Astrophysiker im vergangenen Jahr entdeckt hatte. Er fand bei der Analyse von Baumringen Belege dafür, dass im Jahr 774 oder 775 ungewöhnlich starke kosmische Strahlung auf die Erde getroffen war. Seither rätselten die Fachleute über die Ursache. Für die fragliche Zeit gibt es keine Aufzeichnungen über besondere Lichtphänomene am Himmel. Auch über das Aussterben bestimmter Pflanzen- oder Tierarten ist nichts bekannt.

Starke Strahlung ohne sichtbare Effekte

Dazu passt die Theorie von Hambaryan und Neuhäuser. Die von ihnen beschriebenen Kollisionen hätten für einen kurzen Zeitraum sehr starke Strahlung freigesetzt, aber keine auf der Erde sichtbaren Effekte gehabt. Mit heutigen Methoden ließen sich möglicherweise noch Nachwirkungen des Ereignisses im Weltall nachweisen, schrieben die Wissenschaftler.

Sie empfahlen eine genauere Untersuchung, um insbesondere die Wahrscheinlichkeit ähnlicher Kollisionen in der Zukunft abzuschätzen. Käme es in weniger als 3000 Lichtjahren Entfernung zu einem solchen Zusammenstoß, sei das Leben auf der Erde in Gefahr. Auch in noch größeren Entfernungen könne ein ähnliches Ereignis noch elektronische Systeme schwer beschädigen, warnten die Forscher.

kave/AFP AFP

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