Wasser auf dem Mars Kein Goldfischteich, aber ein Kanalsystem


Ein Kanalsystem auf der Marsoberfläche verrät Geologen einiges über die Vergangenheit des roten Planeten. Es deutet darauf hin, dass auf dem Mars vor 1,25 Millionen Jahren Eis schmolz und Wasser floss. Für einen Goldfischteich reichte der Wasserstrom allerdings nicht, meint ein Forscher.

Kanalstrukturen gehören geologisch gesehen zu den jüngeren Strukturen auf dem Mars. In einer im Fachblatt "Geology" veröffentlichten Studie berichten US-Forscher nun über ein vor 1,25 Millionen entstandenes Kanalsystem, das höchstwahrscheinlich von Schmelzwasser geformt wurde. Das Kanalsystem liegt im Inneren des Kraters "Promethei Terra" auf der Südhalbkugel des Mars, die einzelnen Kanäle sind unter einem Kilometer lang.

"Zumindest vorübergehend gab es Schmelzwasser", sagt Samuel Schon von der Brown University in Providence. Typischerweise sei das Wassereis auf dem Mars sublimiert - also direkt vom gefrorenen Zustand in den gasförmigen übergegangen. Doch das Kanalsystem zeige, dass es auch Schmelzwasser gegeben haben muss. "Allerdings steht am Ende nie ein Teich, in den man Goldfische setzen könnte", witzelt Schon.

Die Entdeckung des Kanalsystems stützt die Theorie, dass der Mars eine Eiszeit hinter sich hat, in der Polareis bis zum Äquator gewandert ist und sich Eis-Ablagerungen in mittleren Breiten bildeten.

Bereits im Dezember berichteten Geologen, dass auf dem Mars wasserführende Mineralien - unter anderem Carbonate - existieren. Und die Mars-Sonde Phoenix lieferte Daten, dass sich im Marsboden Wassereis befindet.

stern.de

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