Lebensmittel Gulasch der Geklonten


EU und Bundesregierung prüfen, ob auch Fleisch geklonter Tiere in den Handel kommen darf. Vergangene Woche hatte die Lebensmittelbehörde der EU erklärt, aus wissenschaftlicher Sicht gebe es gegen solche Produkte keine Bedenken.

"Der Vorschlag wird erst auf europäischer Ebene diskutiert und wird bei uns im Hause geprüft", sagt ein Sprecher des Bundesagrarministeriums. Die EU-Kommission sieht in dieser Frage allerdings keinen Zeitdruck. "Da auch in den USA keine kommerzielle Produktion geplant und da das Klonen sehr teuer ist, glauben wir, genügend Zeit zu haben", sagt eine Sprecherin der EU-Kommission in Brüssel.

Die EU-Lebensmittelbehörde (EFSA) hatte in der vergangenen Woche erklärt, es gebe aus wissenschaftlicher Sicht keine Bedenken gegen Klon-Lebensmittel. Sie könne keine Unterschiede in Zusammensetzung oder Nährwert zwischen dem Fleisch und der Milch gesunder geklonter Tiere und herkömmlicher Rinder und Schweine erkennen. Auch in den USA erklärte die Aufsichtsbehörde, sie habe keine Einwände gegen die Vermarktung von Fleisch geklonter Tiere.

In Brüssel legte ein Ethik-Ausschuss letzte Hand an einen Bericht über moralische, ethische und soziale Fragen im Zusammenhang mit Klon-Fleisch. Er wird voraussichtlich am 17. Januar veröffentlicht. Das Gremium, dem auch mehrere Theologen angehören, hatte den Bericht im Auftrag der EU-Kommission erstellt. "Wir werden Konferenzen mit allen Beteiligten in dieser Frage haben und es wird eine wirklich große Diskussion geben. Dies ist ein großes Thema", sagt die Kommissionssprecherin.

Sie machte aber deutlich, dass sowohl die wissenschaftliche Meinung der EFSA als auch der Rat des Ethik-Ausschusses noch keine Vorentscheidung in der Frage der Handels-Zulassung seien: "Am Ende der Konsultationen werden wir sehen, ob bestimmte Maßnahmen erforderlich sind. Aber die Bewertung der Risiken ist Sache der Kommission." Mit einer Entscheidung wird im Mai oder Juni gerechnet. Die Kommission befürchte keinen Konflikt mit den USA: "Die EU hat eine eigene Politik, die USA sind ein Drittland und machen ihre Politik. Der Zeitablauf ist nicht besorgniserregend."

Die Kommission hatte in einem am 14. Januar veröffentlichten Vorschlag zur Novelle einer Verordnung über "neuartige Lebensmittel" bekräftigt, dass gentechnisch veränderte Lebensmittel geprüft und untersucht werden müssen, bevor sie in den Handel gelangen dürfen. Derzeit gebe es in der gesamten EU aber kein Fleisch und keine Produkte geklonter Tiere zu kaufen.

DPA


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