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Google-Doodle für Hermann Rorschach: "Was sehen Sie hier?"

In der Psychologie ist der Tintenklecks-Test noch heute gebräuchlich, obwohl sein Erfinder Hermann Rorschach schon seit mehr als 90 Jahren tot ist. Google ehrt den Psychiater mit einem Doodle.

Den Psychologen, der ein Tintenklecks-Bild hochhält und seinen Patienten fragt: "Was sehen Sie hier?" kennt jeder - zumindest aus amerikanischen Filmen. Die Antwort soll dann helfen, die Persönlichkeit des Patienten einzuschätzen. So hat es sich zumindest der Schweizer Psychiater und Psychoanalytiker Hermann Rorschach gedacht, der am 8. November 1884 in Zürich geboren wurde.

Rorschach hatte Medizin studiert und arbeitete als Oberarzt in der Psychiatrischen Klinik Herisau, als ihm die 1917 veröffentlichte Doktorarbeit des polnischen Arztes Szymon Hens in die Hände fiel: "Phantasieprüfungen mit formlosen Klecksen bei Schulkindern, normalen Erwachsenen und Geisteskranken." Fortan widmete Rorschach sich der Weiterentwicklung der Tintenklecksstudien, die in der Psychologie zuerst vom Franzosen Alfred Binet genutzt wurden. Rorschach experimentierte mit Tafeln, die er an Patienten und Angestellten seiner Klinik testete und weiterentwickelte. Sein Ziel war es - anders als bisher - die gesamte Persönlichkeit eines Patienten zu erfassen. 1921 erschien Rorschachs Hauptwerk: "Psychodiagnostik. Methodik und Ergebnisse eines wahrnehmungsdiagnostischen Experiments (Deutenlassen von Zufallsformen)."

Testverfahren überlebte seinen Erfinder

Rorschach starb am 2. April 1922 überraschend an einer Bauchfellentzündung. Seine Forschungen wurden nur zögerlich von Psychoanalytikern angenommen, doch bis heute sind sie - wenn auch nicht ganz unumstritten - vor allem in den USA üblich. Mit einem Doodle erinnert Google an den Erfinder des Tintenklecks-Tests, der heute 129 Jahre alt geworden wäre.

tkr
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