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Jubiläum in Emden: Volkswagen feiert mit Moorleiche "Bernie"

Viele wissenschaftliche Untersuchungen musste "Bernie" jüngst über sich ergehen lassen. Jetzt wird die 1200 Jahre alte ostfriesische Moorleiche wieder ausgestellt - wenn auch nur für einen Tag.

Sie ist wieder da, Ostfrieslands berühmte Moorleiche - wenn auch nur für sieben Stunden: "Bernie", der 1200 Jahre alte Mann vom Bernuthsfeld, wird Star einer Sonderausstellung am kommenden Sonntag (18. Mai) im Emder VW-Werk. Die Fabrik feiert dann mit einem Tag der Offenen Tür das 50. Jubiläum.

Im Zentrum steht eine Premiere: Erstmals wird das 1907 entdeckte Skelett der Moorleiche aus dem frühen Mittelalter einer dreidimensionalen Nachbildung gegenübergestellt. Sie entstand unter wissenschaftlicher Betreuung des Ostfriesischen Landesmuseums Emden. Dort wurde die Leiche bis 2011 für die Öffentlichkeit ausgestellt.

Über 3000 Scans der ostfriesischen Moorleiche

Seitdem wird "Bernie", sozusagen der ostfriesische Ötzi, untersucht und wandert zwischen Forschungseinrichtungen hin und her. Durchleuchtet wird die Moorleiche mit sensiblen Instrumenten. "Wir haben bereits Daten von mehr als 3000 Scans", sagt der Emder Archäologe Jürgen Bär vom Ostfriesischen Landesmuseum.

Zuletzt lieferten Messwerte aus Computertomographen und Oberflächenscannern die Basis für einen originalgetreuen 3-D-Ausdruck des Skeletts. "Damit wird "Bernie" jetzt in der VW-Fabrik wieder zum Leben erweckt."

kis/DPA / DPA