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Monument aus der Steinzeit Archäologen entdecken Holz-Stonehenge


Der weltberühmte Steinkreis von Stonehenge hat mehr als vier Jahrtausende überdauert. Jetzt haben Archäologen herausgefunden, dass er früher einen Zwilling hatte: Nur 900 Meter entfernt stand eine ähnliche Anlage aus Holz.

Nur 900 Meter entfernt von den gigantischen Stonehenge-Steinen in der Nähe der englischen Stadt Salisbury, haben Archäologen die Überreste eines weiteren Kreises entdeckt. Dieser bestand aus Holz, berichtet Vince Gaffney von der Universität Birmingham. Die Wissenschaftler des internationalen Forschungsprojektes, zu dem auch Deutsche gehören, feierten die Entdeckung des "Zwillings" von Stonehenge als "unglaublich".

Das neu entdeckte Monument hatte ungefähr dieselbe Größe wie das berühmte Steinbauwerk. Es bestand aus zwei Eingängen und jeweils rund einen Meter breiten Vertiefungen, in denen nach Auffassung der Forscher einst hölzerne Obelisken standen. "Von der Form her kann man darauf schließen, dass es ungefähr zu der Zeit gebaut wurde, als Stonehenge seine volle Komplexität erreichte", erläutert Gaffney, der das Millionen-Forschungsprojekt zur Erkundung des Steinkreises leitet. Die Archäologen vermuten nun, dass die Steinkreise nur ein Teil einer wesentlich größeren Kultstätte war.

Bis heute ist nicht klar, wofür das 4500 Jahre alte Monument benutzt und wie die riesigen Brocken transportiert und aufeinander gestapelt worden waren. Experten vermuten, dass Stonehenge in der Zeit nach seiner Entstehung zunächst ein Friedhof war.

In der Umgebung wurden bereits häufiger weitere prähistorische Spuren entdeckt. Der Fund des Holzkreises kam dennoch überraschend, sagte Gaffney: "Wir haben angenommen, wir hätten nur ein leeres Feld vor uns - jetzt haben wir ein wichtiges Zeremonie-Monument, das genau auf Stonehenge blickt." Es sei zu erwarten, dass die Forscher in Zukunft noch mehr finden. Die rätselhaften Steinkreise von Stonehenge gehören zum Weltkulturerbe der Unesco und sind in Großbritannien einer der größten Touristenmagnete. Während der Sommer- und Wintersonnenwenden ist der Andrang besonders groß.

DPA/AFP/APN DPA

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