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Römisches Schlachtfeld: Sensationsfund in Südniedersachsen

Archäologen haben in Südniedersachsen einen sensationellen Fund gemacht. Sie haben ein extrem gut erhaltenes römisches Schlachtfeld aus dem 3. Jahrhundert nach Christus entdeckt und dort bereits etliche Waffen- und Waffenteile geborgen. Dieser Fund könnte sogar das Geschichtsbild ins Wanken bringen.

Der genaue Fundort soll bis kommenden Montag geheim bleiben, aber der Northeimer Landrat Michael Wickmann (SPD) verspricht schon heute, dass das Gebiet "faszinierende Einblicke in ein dramatisches Kampfgeschehen" ermöglicht. Bei der Entdeckung handele es sich um das am besten erhaltene Schlachtfeld aus römischer Zeit. Dies belegten die bisherigen Funde der Grabungsstelle eindrucksvoll.

Die Northeimer Kreisarchäologin Petra Lönne hat gemeinsam mit Wissenschaftlern des niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege in den vergangenen drei Monaten schon 600 Stücke geborgen. Darunter sind vor allem Waffen und Waffenteile. Doch die Entdeckung des Schlachtfeldes im Kreis Northeim bringe das bisherige Geschichtsbild ins Wanken, meint Wickmann. Es belege, dass die Römer auch 200 Jahre nach der Varus-Schlacht bei Kalkriese noch groß angelegte Militäraktionen im Inneren Germaniens durchgeführt haben. Das Areal sei der Schauplatz eines Gefechts zwischen Germanen und Römern gewesen. Die Einzelheiten des "Jahrhundertfundes" will der Landrat aber gemeinsam mit dem niedersächsischen Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU) der Allgemeinheit vorstellen. Bis dahin arbeiten die Forscher weiterhin abgeschirmt von der Öffentlichkeit.

Bereits vor fünf Jahren hatten Archäologen in Südniedersachsen die Spuren eines rund 2000 Jahre alten Römerlagers gefunden. Es war ursprünglich ein mit Erdwällen, Gräben und Palisaden befestigtes Areal auf einer Anhöhe über dem Werratal in der Nähe von Hedemünden. Der römische Feldherr Drusus nutzte es vor rund 2000 Jahren als Versorgungs- und Marschlager für seine Legionen. Von dort aus unternahm der Schwiegersohn des Kaisers Augustus (27 v. bis 14 n. Chr.) mehrere Feldzüge gegen die Germanen Richtung Elbe. Außer dem Hauptlager gehörten zu der Befestigungseinrichtung mehrere Nebenlager in unmittelbarer Nachbarschaft und einige kleinere militärische Stützpunkte in wenigen Kilometern Entfernung.

Die Hauptgrabungsstelle gilt als das größte und am besten erhaltene Römerlager in Deutschland aus der Zeit des Kaisers Augustus. Seit Beginn der Ausgrabungen wurden in verschiedenen Teilen des Stützpunktes bereits mehr als 2500 Objekte aus Metall entdeckt, darunter Münzen, Schmuck, Waffen und Werkzeuge.

DPA / DPA