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Unterbewusstsein: Kratzen entlarvt den Gestressten

Wenn sich der Kollege im Büro plötzlich am Kopf kratzt, bedeutet das nicht unbedingt, dass er gerade scharf nachdenkt. Mit dieser unbewussten Bewegung, die auch bei gestressten Tieren beobachtet wird, könnte er versuchen, Zeit zu gewinnen.

Wenn unsere grauen Zellen besonders hart arbeiten, greifen wir uns oft reflexartig an den Kopf. Wir kratzen uns hinter dem Ohr oder an der Stirn, als würde das heftige Grübeln ein Kribbeln auf der Kopfhaut auslösen. Dabei ist die Bewegung kein zielgerichtetes Verhalten, sondern eher eine unbewusste Verlegenheitsgeste. "Es handelt sich um eine Übersprunghandlung", erklärt Professor Onur Güntürkün, Biopsychologe an der Ruhr-Uni Bochum.

Besonders im Tierreich sind solche Übersprungbewegungen nach Angaben des Wissenschaftlers weit verbreitet. Auch beim Menschen kommen sie vor. "Es sind Handlungen, die eigentlich nicht in die Situation passen", beschreibt Güntürkün. Wenn der Stresspegel im Körper von Menschen oder Tieren steige, kämen solche Reflexbewegungen häufiger vor. Meistens handle es sich um automatisch ablaufende Gesten. Manche Tiere begännen etwa während eines Kampfes, plötzlich ihr Fell oder Gefieder zu säubern. "Auch das Kopfkratzen ist entwicklungsgeschichtlich eigentlich eine Putzbewegung", erläutert der Biopsychologe.

Zu viele Informationen

Gründe für dieses Verhalten kann Güntürkün jedoch nicht genau eingrenzen. Seinen Angaben zufolge gibt es unterschiedliche Erklärungsansätze: Meistens kommt es zu Übersprunghandlungen, wenn sehr viele Informationen gleichzeitig in kurzer Zeit verarbeitet werden müssen. Oder wenn es einen Konflikt zwischen zwei gegensätzlichen Verhaltensoptionen gibt, etwa zwischen Angriff oder Flucht. "Eine mögliche Interpretation lautet, dass diese Handlungen unbewusst ablaufen, um Zeit zu gewinnen", sagt der Wissenschaftler. Während eine Person eine Bewegung vollführt, die kein größeres Nachdenken erfordert, könnte er zum Beispiel überlegen: "Wie komme ich aus dieser Situation bloß wieder raus?"

DDP / DDP
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Kindesunterhalt für volljähriges Kind ohne Zielstrebigkeit
Mein Kind ist 19 Jahre alt und lebt im Haushalt der Mutter. Es hat im Juli 2017 seine Schule nach der 10. Klasse dann mit Hauptschulabschluss verlassen. Danach wollte es auf einer Berfsfachschule Einzelhandel seinen Realschulabschluss nachholen (2 Jahre). Es besuchte die Schule im ersten Halbjahr nicht wirklich regelmäßig und im zweiten Halbjahr dann so gut wie gar nicht mehr. (zum Ende hin, ist es gar nicht mehr zur Schule gegangen) Das notwendige zweite Jahr ging es dann gar nicht mehr an. Stattdessen hat es sich für ein freiwilliges Soziales Jahr beworben und geht hier mehr oder weniger regelmäßig hin. Nun möchte es das FSJ abbrechen und wieder seinen Realschulabschluss nachholen. Dies soll in Vollzeit an der Volkshochschule geschehen. Zwischendurch ist immer wieder die Rede von verschiedenen Ausbildungen. Ein wirkliches Konzept, oder Interesse ist aber auch hier nicht erkennbar. Mal kommt es mit dem Berufswunsch Tierarzthelfer/In, mal mit Immobilienkaufmann/-Frau, oder Ähnlichem. Informationen über freie Stellen, oder Inhalte des Berufs und der Ausbildung können nicht genannt werden. Bei laufenden Bewerbungen am Ball zu bleiben liegt ihm auch nicht wirklich. Hab die Bewerbung ja hingeschickt, damit soll es dann auch gut sein. Langsam drängt sich mir der Verdacht auf, es sucht sich den bequemsten Weg heraus und verlässt sich auf meine nicht unerheblichen Unterhaltszahlungen. Frei nach dem Motto: Was soll ich mich kümmern, Väterchen muss ja zahlen, solange ich Schule oder Ausbildung mache. Um meinem Kind Anreize zu geben, endlich Zielstrebigkeit zu entwickeln, habe ich schon über die Kürzung bzw. Einstellung des Unterhals nachgedacht. Wie verhält sich das rechtlich, bzw. was kann ich tun?