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Antarktis: Schelfeisflächen schmelzen besonders von unten

Das Schelfeis der Antarktis nimmt aufgrund warmen Meerwassers schneller ab als durch das Ablösen von Eisbergen. Zu diesem Ergebnis kommen US-Forscher, die vor großen Veränderungen der Erde warnen.

Eine neue Studie von US-Wissenschaftlern kommt zu dem Ergebnis, dass die vorgelagerten Eismassen der Antarktis vor allem von unten abschmelzen. Wie die Forscher um den NASA-Wissenschaftler Eric Rignot von der Universität Kalifornien in ihrem am Freitag im Wissenschaftsmagazin "Science" veröffentlichten Artikel schreiben, schrumpft das sogenannte Schelfeis durch warmes Meereswasser an seiner Basis schneller als durch das Abbrechen einzelner Eisberge. Die Schmelze von unten sei für 55 Prozent der Verluste des Schelfeises zwischen den Jahren 2002 und 2008 verantwortlich.

Die Antarktis speichert rund 60 Prozent des weltweiten Süßwassers. Das vorgelagerte Schelfeis, das auf dem Meer schwimmt, bremst den Weg des Kontinentaleises von den Gletschern ins Meer. Die Wissenschaftler halten in ihrer Studie fest, dass die Schmelze von unten vor allem bestimmte Schelfeis-Gebiete betreffe. Demnach tragen die drei größten Schelfeisflächen nur 15 Prozent des von unten abgeschmolzenen Eises bei.

Antarktis schrumpft nicht nur durch Wegbrechen von Eis

"Die traditionelle Erklärung über den Verlust der Eismasse der Antarktis ist, dass er vor allem vom Kalben der Eisberge herrührt", sagt Rignot. Das Wegbrechen der Schelfeisflächen ist der Studie nach aber nur ein Faktor unter mehreren.

Die Studienergebnisse sagen jedoch nichts über das Schrumpfen der Antarktis insgesamt. Schelfeisverlust könne durch das nachfließende Eis vom Kontinent ersetzt werden, erklärte Rignot. "Doch in vielen Orten der Antarktis schmilzt das Eis zu schnell und daraus folgt, dass sich die Gletscher und der ganze Kontinent verändern."

cob/AFP / AFP