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Bedrohter Videostar: Kleiner Hüpfer mit Riesenohren

Bislang hoppelte die langohrige Wüstenspringmaus unbehelligt durch die Wüste Gobi. Damit ist es nun vorbei. Forscher der Zoological Society of London haben das seltene Tier aufgespürt und jetzt die erste Videoaufnahme veröffentlicht.

Vermutlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie als Held eines Animationsfilms die Kinoleinwände erobert. Denn optisch bringt die langohrige Wüstenspringmaus eine Menge Starpotenzial mit: Sie hüpft wie ein winziges Känguru, trägt verwegene Dumbo-Ohren und hat ein Schnäuzchen, das an ein Schwein erinnert. Bislang hoppelte das bizarre kleine Wesen unbeachtet durch die Wüste Gobi. Jetzt hat die langohrige Wüstenspringmaus aber erstmalig gezeigt, dass sie sich sehr gut vor der Kamera macht. Die Londoner Zoologische Gesellschaft hat das erste bisher bekannte Video der seltenen Springmaus veröffentlicht.

Entstanden ist die Aufnahme im mongolischen Teil der Wüste Gobi. Dort hatten Forscher des Artenschutzprogramms EDGE, das zur Zoological Society of London gehört, die Tiere entdeckt. Bislang gibt es so gut wie keine Erkenntnisse über diese Art. Deswegen wird auch kaum etwas zu ihrem Schutz unternommen. Dabei führt EDGE sie unter den Top 100 der bedrohten Spezies. Die Internationale Vereinigung für die Erhaltung der Natur und natürlicher Ressourcen (IUCN) stuft sie als "gefährdet" ein. Experten vermuten, dass sowohl der Betrieb von Minen als auch Landwirtschaft und extensive Weidenutzung den Lebensraum der Springmäuse gefährden. Auch der Klimawandel wird als möglicher Faktor in Erwägung gezogen.

Um die nachtaktiven Langohren aufzuspüren, buddelten die Forscher Fallgruben in den Wüstenkies. Tatsächlich drang in der Nacht aus einem dieser Löcher ein leises Kratzen. "Als ich in die Falle blickte, trafen meine Augen auf eine der ungewöhnlichsten Kreaturen, die ich jemals gesehen habe", schreibt Jonathan Baillie, einer der Forscher auf der Internetseite von EDGE. Link Der Eindruck eines hilflosen, bedrohten Tieres zerstreute sich schnell, als der kleine Nager versuchte, seine scharfen Zähne in dem Finger seines Kollegen zu vergraben. Das Tier legte auch keine große Scheu an den Tag: Auf dem Boden abgesetzt, wollte es nicht türmen, sondern verfolgte die Wissenschaftler. Erst bei Sonnenaufgang war die Begegnung vorbei, als sich die Wüstenmaus im Sand vergrub.

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