Bekanntgabe der Preisträger Medizin-Nobelpreis vergeben

Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an die beiden US-Forscher Linda B. Buck und Richard Axel. Sie erhalten die begehrteste aller Auszeichnungen für ihre Forschung am menschlichen Geruchssinn.

Für ihre Verdienste um die Erforschung des Geruchssinns erhalten die Amerikaner Richard Axel und Linda B. Buck den diesjährigen Nobelpreis für Medizin. Die beiden Forscher hätten das Rätsel gelöst, wie der Mensch rund 10.000 verschiedene Gerüche unterscheiden und sich daran erinnern kann, begründete das Nobel-Komitee des Karolinska-Instituts in Stockholm am Montag seine Entscheidung. Der mit zehn Millionen Kronen (rund 1,1 Millionen Euro) dotierte Preis wird am 10. Dezember verliehen, am Todestag des Stifters Alfred Nobel.

In einer Serie wegbereitender Studien fanden Axel und Buck laut Nobel-Komitee heraus, wie das olfaktorische System des Menschen funktioniert. Sie hätten eine große Gruppe von rund 1.000 Genen - das sind fast drei Prozent der menschlichen Gene - entdeckt, aus denen sich ebenso viele Arten von Geruchsrezeptoren ergeben. Auf diese Rezeptoren in der Nasenschleimhaut stoßen schließlich die Geruchsmoleküle aus der Atemluft.

Auf andere Bereiche der Wahrnehmung übertragbar

Der Schluss, dass jede Rezeptorenzelle genau einem Gen zugeordnet ist, war laut Nobel-Komitee überraschend. Axel und Buck hätten dabei in ihrer Forschung nicht Halt gemacht und weiter die Verarbeitung der Geruchsreize im Hirn untersucht. Die allgemeinen Grundlage, die die beiden für das Geruchssystem gefunden hätten, scheine zudem auch auf andere Bereiche der Wahrnehmung übertragbar zu sein.

Der 58-Jährige Axel ist Wissenschaftler am Howard Hughes Medical Institute der Columbia-Universität in New York. Die ein Jahr jüngere Buck forscht am Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle. Im vergangenen Jahr hatten der Amerikaner Paul C. Lauterbur und der Brite Peter Mansfield den Nobelpreis für ihre bahnbrechende Forschung zur Entwicklung der Magnetresonanztomographie erhalten.

"Wiedergutmachung" für Erfindung des Dynamits

Die Nobelpreise werden seit 1901 verliehen. Mit ihrer Stiftung wollte der schwedische Forscher und Großindustrielle Alfred Nobel (1833-1896) einen Konflikt lösen, der sein Leben bestimmte: Der Dynamit-Erfinder konnte nicht verwinden, dass seine Entdeckung für den Krieg genutzt wurde. Als "Wiedergutmachung" vermachte er sein Vermögen einer Stiftung, aus deren Zinsen Preise für jene finanziert werden sollten, die "im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben". Nobel selbst hatte mehr als 350 Patente angemeldet.

Die Dotierung stieg von 150.800 Kronen (1901) auf 10 Millionen Kronen (1,1 Million Euro) in diesem Jahr. Bis zu drei Menschen können sich einen wissenschaftlichen Preis teilen. Der Friedensnobelpreis wurde auch an Organisationen verliehen.

Die Preisträger für Physik und Chemie werden immer von der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften, die der Medizin vom Karolinska Institut in Stockholm und die Literaturpreisträger von der Königlich Schwedischen Akademie der Künste ausgewählt. Die Friedenspreisträger bestimmt ein Ausschuss des norwegischen Parlaments in Oslo. Neben den klassischen Nobelpreisen gibt es seit 1969 eine von der Schwedischen Reichsbank gestiftete Ehrung für Wirtschaft. Seit 1980 vergibt die "Stiftung für richtiges Leben" (Right Livelihood Foundation) die Alternativen Nobelpreise.

AP AP

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