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Bergsteigen: Ötzis Schuhe waren besser als Trekkingschuhe

Die Schuhe von Steinzeitmensch "Ötzi" waren angeblich besser für die Hochalpen geeignet als moderne Trekkingschuhe. In den Tretern bleibe der Fuß optimal temperiert, Schweiß gelange gut nach außen, eindringendes Wasser sei schnell verschwunden.

Das Schuhwerk des Steinzeitmenschen "Ötzi" war nach Ansicht eines Experten besser für die Hochalpen geeignet als moderne Trekkingschuhe. Bei der Vorstellung seiner Rekonstruktion des Ötzi-Schuhs im Offenbacher Ledermuseum pries der tschechische Schuh- Ingenieur Petr Hlavacek die Vorzüge. In dem mit Heu gefütterten Treter mit einer relativ dünnen Sohle aus Bärenleder bleibe der Fuß optimal temperiert, Schweiß gelange gut nach außen, und auch eindringendes Wasser sei schnell wieder verschwunden. Hlavaceks Fazit: "Besser als Goretex."

Kein Schuh für die Savanne

Wasserdicht war Ötzis vor mehr als 5000 Jahren handgefertigtes Schuhwerk nach der "bislang interessantesten und erprobtesten Rekonstruktion" keineswegs, berichtet Museumsdirektor Christian Rathke. Doch nach einem Tritt in eine tiefe Pfütze werde der Fuß nur für wenige Sekunden kälter, um danach angeregt warm und schnell wieder trocken zu werden. "Der Schuh kann seine optimalen Eigenschaften aber nur entwickeln, wenn es feucht und kalt ist." Für einen Ausflug in die Savanne oder Wüste wäre er nicht geeignet.

Der im Ledermuseum gezeigte Schuh verblüfft dadurch, dass um die Ferse kein Leder vorhanden ist, sondern nur ein ebenfalls mit Heu gefüttertes Geflecht aus Lindenfasern. Einen Nachteil hat der Ingenieur allerdings ausgemacht: Die Heuschicht muss bereits nach wenigen Tagen komplett erneuert werden. Für eine längere Bergtour empfehle es sich daher, größere Mengen trockenes Gras für die Füße mitzunehmen.

DPA
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