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Deutschland: Klimawandel könnte 800 Milliarden Euro kosten

Der Klimawandel kostet Deutschland in den kommenden 50 Jahren einer Studie zufolge bis zu 800 Milliarden Euro. Die Analyse veröffentlichte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung auf dem "Extremwetter-Kongress" in Hamburg.

"Dabei werden die Folgeschäden des Klimawandels für die ärmeren Bundesländer deutlich stärker zu Buche schlagen als für die wohlhabenden Länder", sagte Professorin Claudia Kemfert, Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

Bezogen auf die Wirtschaftskraft seien Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Thüringen am stärksten von den Klimakosten betroffen, erläuterte Kemfert. Am geringsten ist die wirtschaftliche Belastung für Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bayern. "Ökonomische Schäden werden aber in allen Bundesländern zunehmen." Dazu gehörten Überflutungsschäden, aber auch Wasserknappheit und zunehmende Waldbrandgefahr. "Durch extrem heiße Sommer wird in Zukunft gerade in Südwestdeutschland die Land- und Forstwirtschaft mit Wasserknappheit rechnen müssen."

Steigende Gefahr von Dürreperioden

Die Auswirkungen des Klimawandels sind laut DIW regional sehr unterschiedlich verteilt. In Norddeutschland werde sich in besonderem Maße der allgemeine Temperaturanstieg bemerkbar machen. In Mittel- und Südwestdeutschland sollen extreme Niederschläge im Herbst und Winter zunehmen. Für Süd- und Ostdeutschland befürchtet das DIW eine steigende Gefahr von Dürreperioden.

In extremen Hitzeperioden werde aufgrund des Niedrigwassers in einigen Flüssen nicht genug Wasser vorhanden sein, um Kraftwerke ausreichend mit Kühlwasser zu versorgen. Das berge Risiken für die Energieversorgung, wie auch Stürme, Hagel oder extreme Eislasten, sagte Kemfert. Positive Effekte habe der Klimawandel aber etwa für den Tourismus an Nord- und Ostsee.

DPA/AP / AP / DPA