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Erdbeben: Rettungsmaßnahmen

Bei der Suche nach verschütteten Erdbeben-Opfern sind elektronische Ortungsgeräte inzwischen zu unabdingbaren Hilfsmitteln geworden.

Bei der Suche nach verschütteten Erdbeben-Opfern sind elektronische Ortungsgeräte inzwischen zu unabdingbaren Hilfsmitteln geworden. Selbst unter dicken Trümmerbergen registrierten die elektronischen Helfer - oft in Kombination mit Bergungshunden - noch Lebenszeichen von Verschütteten, erläutert das Technische Hilfswerk (THW) in Darmstadt, das auf die Bergung von Erdbebenopfern spezialisiert ist. Ein Spezialtrupp des THW war am Wochenende nach Indien aufgebrochen, um bei der Bergung Vermisster zu helfen.

Moderne Ortungsgeräte spüren Verschüttete auf

In der Regel arbeitet nach THW-Angaben ein elektronischer Ortungstrupp mit einem Hundeführer zusammen. In etwa der Hälfte der Fälle würden die Helfer von den Hunden auf Verschüttete aufmerksam gemacht; die Ortungsgeräte überprüften dann die Wahrnehmung des Vierbeiners. Oft seien aber Hunde auch erforderlich, um nach der Ortung von Lebenszeichen die Lage der Opfer genauer zu ermitteln.

Neueste Errungenschaft der Erdbeben-Helfer ist eine Searchcam (Suchkamera) aus den USA. Auf einem Fiberglasgestell sei an einem Teleskoparm eine kleine Kamera samt Halogenlampe installiert, erläuterte der technische THW-Experte Peter Schäfer am Dienstag. Die starre Konstruktion könne bis zu 2,70 Meter ausgefahren werden, um so in Hohlräumen nach Verschütteten zu suchen. Sobald ein Überlebender gefunden sei, könne über kleine Mikrofone und Lautsprecher an beiden Enden des Geräts Kontakt aufgenommen werden.

Bei der elektronischen Ortung arbeiteten die Experten zudem mit äußerst empfindlichen "Geofonen". Die auf Schutthalden gelegten akustischen Sensoren nähmen selbst Geräusche hinter 30 Meter dicken Trümmerkegeln wahr und zeigten sie auf einer Skala an, berichtete das THW. Bei massivem Gestein registriere das Mikrofon Klopfen, Kratzen oder Rufen von Verschütteten in einer Entfernung von zehn Metern. Ein Helfer verfolge die aufgefangenen Geräusche zudem über Kopfhörer.

Überleben ohne Wasser: Nur wenige Tage

Ein guternährter Mensch kann im Normalfall etwa drei Wochen ohne Nahrung auskommen. Ohne Flüssigkeitszufuhr kann er jedoch nur wenige Tage überleben - Erwachsene höchstens eine Woche, Kinder nur zwei bis drei Tage. Wenn Stein- und Geröllmassen - wie im Erdbebengebiet in Indien - die Opfer von Wasser und Nahrung abschneiden, können zudem Angst und Panik den Stoffwechsel ankurbeln. Dann werden die körpereigenen Reserven noch schneller aufgebraucht. Im Erdbebengebiet sind viele Menschen zudem verletzt oder anderweitig geschwächt.

Immer wieder gibt es Ausnahmen: So überlebte ein Bergmann nach dem Grubenunglück von Lassing im Sommer 1998 neuneinhalb Tage lang, ohne zu essen oder zu trinken. Mediziner machten die kühle Umgebungstemperatur und daraus folgernd einen verlangsamten Stoffwechsel sowie den hohen Wassergehalt der Atemluft für das Überleben verantwortlich.

In gemäßigten Breiten nimmt ein Erwachsener pro Tag etwa 1,8 Liter Flüssigkeit durch Getränke und Nahrung zu sich. Bei großer Hitze kann er aber täglich mehrere Liter ausschwitzen. Sinkt der Wassergehalt des Organismus um fünf bis zwölf Prozent des Körpergewichts, leidet der Betroffene unter quälendem Durst, die Schleimhäute trocknen aus und schließlich versiegen Schweißfluss und Harnproduktion. Bei einem Wasserverlust von 15 bis 20 Prozent des Körpergewichts tritt der Tod durch Verdursten ein.