Experiment Einsteins Theorie auf dem Prüfstand


45 Jahre, nachdem das Projekt erstmals vorgeschlagen wurde, wird eine Raumsonde zwei Theorien Albert Einsteins überprüfen. Zwei sich drehende Quarzkugeln sollen kleinste Krümmungen der Raumzeit durch die Erde messen.

Zwei grundlegende Annahmen von Albert Einstein sollen jetzt endlich durch eine Raumsonde überprüft werden - 45 Jahre, nachdem ein solches Projekt erstmals vorgeschlagen wurde. Am 17. April soll die von der NASA finanzierte und von der Universität Stanford entwickelte Sonde "Gravity Probe 2" (Schwerkraftsonde 2) vom US-Luftwaffenstützpunkt Vandenberg ins All starten.

Zwei Quarzkugeln sollen den Einfluss der Erde auf Raum und Zeit überprüfen

Die Sonde soll zwei Theorien Einsteins überprüfen: über Raum und Zeit und wie die Erde beide beeinflusst. Kern des Experiments sind vier so genannte Gyroskope. Dabei handelt es sich um absolut runde, sich drehende Quarzkugeln, die die Größe von Tischtennisbällen besitzen. Sie befinden sich zur Gewährleistung der Messgenauigkeit in einem Behälter im absoluten Vakuum und nahe dem absoluten Nullpunkt (-273,15°C). Es sei die stillste Umgebung, die es je gegeben habe, sagte NASA-Direktorin Anne Kinney. Wenn sie einmal im Weltraum sind und sich drehen, sollten die Quarze ihre Richtung ändern - wenn Einstein Recht hatte.

Er entwickelte 1916 die Idee, dass Raum und Zeit eine Struktur bilden, die sich mit der Anwesenheit eines Objekts verändert, so wie eine Kugel auf einer weiche Unterlage eine Delle hinterlässt. Zwei Jahre später schlugen andere Forscher vor, dass eine Rotation dieses Objekts Zeit und Raum mit sich ziehen und die Raum-Zeit-Struktur verformen müsste. Wenn diese Theorien stimmen, müsste sich die Ausrichtung der Kugeln 640 Kilometer über der Erde in messbarer Weise ändern.

AP


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