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Greenpeace-Aktion: Da liegt ein Wal vor der Tür

Greenpeace hat am Mittwochabend den 17 Meter langen Kadaver eines Finnwals vor der japanischen Botschaft in Berlin abgelegt. Mit dieser Aktion protestiert die Umweltschutzorganisation gegen den japanischen Walfang.

Der von der Umweltschutzorganisation Greenpeace nach Berlin transportierte tote Finnwal lag am Donnerstagmorgen noch immer vor der Japanischen Botschaft. Das 20 bis 25 Tonnen schwere und rund 17 Meter lange Tier war auf einem Tieflader zu dem Botschaftsgelände gebracht worden.

"Wir wollen Japan zeigen, wie unsinnig Walfang ist und dass das Töten aufhören muss", begründete Greenpeace-Sprecher Björn Jettka die Aktion. Auch an gestrandeten und lebenden Tieren könne geforscht werden. Mit dem Protest würden zugleich Umweltschützer unterstützt, die seit Mitte Dezember japanische Walfänger in der Antarktis blockierten. Trotz weltweiter Proteste fangen japanische Fischer jedes Jahr Wale.

Kritik von japanischer Seite

Die japanische Botschaft kritisierte die Aktion. "Der Walfang zu Forschungszwecken, den Japan durchführt, richtet sich nach den Bestimmungen des internationalen Walfangabkommens", erklärte Botschaftssekretär Kazuya Otsuka. Trotz des Respekts vor dem Recht auf Meinungsfreiheit in Deutschland sei eine Demonstration vor der Botschaft eine unangenehme Situation, die aber toleriert werden müsse. "Wir haben keine andere Wahl", sagte Otsuka.

Berlins Innensenator Ehrhart Körting sagte, er persönlich habe Sympathie für den Protest. "Unsere Aufgabe ist es auch, solche Versammlungen zu ermöglichen." Die Polizei hatte die Aktion kurzfristig genehmigt, da die "Würde der japanischen Botschaft nicht gefährdet" sei, hieß es.

Der Wal war am Samstag in der Wismarbucht gestrandet und aus dem Warnemünder Hafenbecken in Mecklenburg-Vorpommern geborgen worden. Nach der Protest-Aktion soll das auf 10 bis 20 Jahre geschätzte Tier am Donnerstag zum Stralsunder Meeresmuseum gebracht werden, wo es untersucht werden soll.

Reuters/DPA