HOME

Hintergrund: Naturkatastrophen

Ob Vulkanausbrüche, Erdbeben, Hurrikane oder Waldbrände - unter Naturkatastrophen versteht man Gefahren für Lebewesen bedingt durch klimatische und/oder geologische Folgen.

Unter Naturkatastrophen versteht man Gefahren für Lebewesen bedingt durch klimatische und/oder geologische Folgen. Krankheiten werden dabei nicht zu den Naturkatastrophen gezählt.

Klimawandel Schuld an Zunahme?

Neben den Katastrophen rein natürlichen Ursprungs wie beispielsweise Vulkausbrüche oder Erdbeben, werden manche durch menscheninduzierte Umweltveränderungen forciert oder sogar erst hervorgerufen. So sind viele Überschwemmungen die Folge von der Abholzung der Wälder. In letzter Zeit wird auch immer häufiger die durch den verstärkten Ausstoß von CO2 hervorgerufene Klimaveränderung als möglicher Grund für die weltweite Zunahme an Umweltkatastrophen wie Hurrikane und Überschwemmungen diskutiert.

Wichtig zur Einordnung der Naturkatastrophen sind folgende Punkte: - Welche Region ist betroffen? - Wie schwer ist die Katastrophe? - Tritt die Katastrophe regelmäßig auf? - Lässt sich die Katastrophe vorhersagen?

Neben den unmittelbaren Gefahren für Mensch und Tier ist der ökonomische und ökologische Schaden einer Naturkatastrophe von Belang. Meist sind es wirtschaftlich noch nicht so weit entwickelte Länder, die sich in geologischen Gefahrenzonen befinden und von Naturkatastrophen heimgesucht werden. In der Regel besitzen sie auch nicht die Mittel, um eine geeignete Infrastruktur zum Schutz vor der Katastrophe aufzubauen.

Japan am stärksten von Erdbeben betroffen

Geologisch gefährdete Regionen sind unter anderem die Westindischen Inseln, das Karibische Meer und der Golf von Mexiko. Diese Gebiete werden regelmäßig von zerstörerischen Hurrikanen heimgesucht.

Erdbeben und Vulkanausbrüche treten hingegen bevorzugt an den Grenzen der tektonischen Erdplatten auf, insbesondere rund um den Pazifischen Ozean. Das erdbebenreichste Land der Erde ist Japan, das in der Reibungszone von drei Kontinentalplatten liegt. Unterseeische oder seenahe Beben und Vulkanausbrüche lösen zudem noch gefährliche Flutwellen, die gefürchteten Tsunamis, aus - eine immer wiederkehrende Bedrohung vor allem für die Einwohner Japans.

Vulkanausbrüche bringen seit Jahrhunderten Flutwellen, Ascheregen, Brände und Flüchtlingselend über die Menschen. Neben der zunächst primär lokalen Zerstörung, sind es aber der Ascheregen und der Ausstoß giftiger Gase, die langwierige und globale Konsequenzen haben können. Jährlich brechen etwa weltweit 50 der insgesamt etwa 500 bis 600 aktiven Vulkane aus.

Münchener Rück rechnet mit stetiger Zunahme von Schäden

Die fortschreitende Abholzung durch den Menschen hat zu immer stärker zunehmenden Überschwemmungen und Dürren geführt. Täglich nimmt die Fläche der Wüstengebiete auf der Erde zu. Dürren, langanhaltende Trockenperioden, durch ausbleibende Niederschläge, hohe Verdunstungsraten und Temperaturen hervorgerufen, bergen zudem die Gefahr von Waldbränden. In den ausgetrockneten Regionen reicht schon ein einziger Blitzeinschlag, um einen nachhaltigen Flächenbrand hervorzurufen. Meist entstehen Waldbrände aber durch gezielte Brandstiftung.

Die Schäden durch Naturkatastrophen werden nach Einschätzung der weltgrößten Rückversicherung Münchener Rück in den kommenden Jahrzehnten sprunghaft steigen. Es wird erwartet, dass ein Großteil davon auf die Klimaveränderung zurückzuführen ist. So werden vor allem die Unwetter, Überschwemmungen und tropischen Wirbelstürme zunehmen.

410 Milliarden Dollar Schäden in den letzten zehn Jahren

In der Häufigkeit haben schwere Naturkatastrophen bereits in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen. Dementsprechend steigt auch der volkswirtschaftliche Schaden durch Unwetter oder Erdbeben stetig. Während der Volkswirtschaft zwischen 1950 und 1959 weltweit - inflationsbereinigt - knapp 40 Milliarden US-Dollar Schaden entstanden sind, waren es im vergangenen Jahrzehnt bereits 410 Milliarden Dollar (Quelle: Münchener Rück). Ein Ende ist nicht abzusehen.