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Polar Vortex: In North Carolina frieren nun sogar die Alligatoren ein – mit erstaunlichen Folgen

Die extreme Kälte in den USA hat teils unerwartete Konsequenzen. In einem Sumpf in North Carolina sind nun sogar die Alligatoren im Eis festgefroren. Doch das wirkt sich auf die an Hitze gewöhnten Tiere anders aus, als man vermuten würde.

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Es ist kalt in den USA, sehr kalt. In Chicago herrschten diese Woche mit Temperaturen unter minus 40 Grad harschere Bedingungen als am Nordpol. Die Kälte hat zum Teil skurrile Folgen. Besonders drastisch trifft das dafür verantwortliche Wetterphänomen aber Regionen, in denen Kälte sonst die Ausnahme ist. In North Carolina froren nun sogar die Alligatoren im Wasser fest. Die gute Nachricht: Sie werden den Tiefkühl-Schlaf unbeschadet überleben.

Der Anblick ist trotzdem verblüffend: Die Reptilien hängen im Eis fest, nur die Schnauze schaut aus der Eisschicht heraus. Das zeigt der "Shallotte River Swamp Park" auf seiner Facebook-Seite. Der Freitzeitpark lockt Touristen mit Boots- und Kletterleinentours durch den lokalen Sumpf. Und hat natürlich auch die für die Südstaaten der USA typischen Alligatoren im Programm. 18 der Tiere seien aktuell in der Eisschicht festgefroren, so der Facebook-Post. Mit Fotos und einem Videoclip dokumentiert man das Naturschauspiel.

Winterschlaf für Kaltblüter

Sorgen muss man sich um die Riesen nicht machen. Die kaltblütigen Tiere brauchen zwar normalerweise Umgebungshitze, um aktiv werden zu können, wurden aber von der Natur auch mit Techniken ausgestattet, mit Kälte klar zu kommen. "Sie denken voraus und stecken ihre Schnauzen durch das gefrierende Eis", heißt es in dem Post. So können sie atmen. Gegenüber dem "Charlotte Observer" erklärte ein Sprecher des Parks, dass die Tiere spüren würden, wenn es langsam zu kalt wird.

Dann setzt ein Zustand ein, der biologisch als "Dormanz" bezeichnet wird und dem Winterschlaf bei Warmblütern ähnelt. Der Organismus der Kaltblüter fährt soweit herunter, dass sie auch längere Zeit ohne Nahrung auskommen können.

Im letzten Jahr seien die Alligatoren nur wenige Tage eingefroren gewesen und dann ohne Schaden wieder aufgewacht, als es wärmer geworden sei, so der Sprecher gegenüber der Zeitung. Zu lange sollten die Alligatoren aber wohl nicht im Eis hängen bleiben: Auch wenn Reptilien in Dormanz ohne Nahrung auskommen, benötigen sie doch gelegentlich Trinkwasser. Sollte es monatelang kalt bleiben, könnten sie auf Dauer also doch Schaden nehmen.

Quelle: Facebook, The Charlotte Observer 

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