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Künstliches Wetter: Flugzeuge bringen Wolken zum Schneien

Ufo-Wolken aus denen es schneit: Wissenschaftler haben herausgefunden, wie Flugzeuge das Wetter verändern.

Der Mann glaubte, es sei ein Ufo, was er dort im Herbst 2009 am Himmel von Moskau filmte. Tief am Himmel hingen dunkle Wolken, nur an einer Stelle, wie ausgestanzt, klaffte ein ringförmiges Loch, durch das der blaue Himmel aufblitze. Es sah aus, als sei ein Doughnut durch die Wolkendecke gefallen.

Doch keine fliegende Untertasse, keine Aliens, waren am Himmel zu sehen, sondern ein seltenes Wolken-Phänomen. US-amerikanische Meteorologen haben sich solche "Punch Hole Clouds" nun genauer angeschaut. Außerirdische fanden sie keine, dafür Hinweise, wie Flugzeuge das Wetter verändern. Die Folge: In der Nähe großer Flughäfen kann es häufiger schneien.

Die Chinesen ließen es regnen

Dahinter steckt ein Effekt, mit dem sich schon die Chinesen ihren eigenen Sonnenschein herbeigezaubert haben. Sie schossen vor den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking Partikel in die Wolken, damit diese abregneten. Alles was es damals brauchte, war ein sogenannter Kondensationskern, um die Wolken anzukitzeln.

Etwas ganz Ähnliches geschieht auch, wenn ein Flieger die Wolkendecke durchstößt, fanden die Wissenschaftler jetzt heraus. Ihre Studie ist im Fachmagazin "Science" erschienen.

Auch Passagiermaschienen wie die Boeing 737 ziehen hinter ihren Flügeln und Turbinen einen Schweif an Eiskristallen her – genug um eine Wolke auf Trab zu bringen. Denn im Innern bestimmter Wolken können Wassertröpfchen zwischen Minus 10 und Minus 40 Grad kalt werden – und dennoch nicht gefrieren. Staubkörner können dann genügen, und das Wasser beginnt schlagartig zu kristallisieren, reißt weitere Wassertröpfchen mit, solange bis es beginnt zu schneien. Ein Nebeneffekt: Die Wolkendecke hat ein Loch - was Verschwörern Aliens sehen lässt und Meterologen nur natürlich finden.

Wolken bis zu 100 Kilometer lang

Die US-Forscher haben sich für ihre Studie 20 Satellitenbilder aus dem Januar 2007 im US-Bundesstaat Texas angeschaut. Manche der "Lochwolken" klebten für bis zu vier Stunden am Himmel und wuchsen auf eine Länge von 100 Kilometern heran. Am Computer simulierten die Forscher später das Wetter in der Nähe der Flughäfen.

Das globale Klima können die Flieger damit jedoch nicht beeinflussen, sondern nur das Wetter im Umkreis der Flughäfen. Und auch das nur unter bestimmten Wolkenbedingungen: In Frankfurt etwa gibt es eine fünfprozentige Chance, dass solche superkalten Wolken auftreten.

Dennoch ist die Erkenntnis der Forscher durchaus beeindruckend, hat man doch 50 Jahre lang die "Punch Hole Clouds" untersucht, ohne genau zu wissen, welche Rolle Flugzeuge dabei spielen. Studienleiter Andrew Heymsfield hat aber erstmal genug von Schnee. Er freut sich darauf, auf die Jungferninseln in der Karibik zu reisen – dort wird er Wolken in tropischem Klima untersuchen.

hoe
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