Meeressäuger Finnwal "Henry" ist frei


Finnwal "Henry" hatte offenbar den Weg zurück in die tiefe Ostsee gefunden. Nach Angaben von Greenpeace sichteten Segler den tonnenschweren Meeressäuger am Sonntag in der Flensburger Außenförde.

"Damit hat 'Henry' die schwerste Hürde geschafft; nämlich die Passage durch die Enge bei Holnis", sagte Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace am Sonntagmorgen. Die Meeresenge trennt die flache Flensburger Innen- von der Außenförde und hat in Höhe der Gemeinde Holnis einen 180-Grad-Knick.

Vier Tage lang hatte sich der Jungwal in der Flensburger Innenförde getummelt und war zum Vergnügen zahlreicher Schaulustiger immer wieder bis an die Kaimauer des Hafenbeckens heran geschwommen. Zuletzt war Henry am Samstagnachmittag direkt neben dem Segelschulschiff der Deutschen Marine, der "Gorch Fock" aufgetaucht, berichtete ein Sprecher der Wasserschutzpolizei.

Wale verirren sich immer öfter in die Ostsee

Die "Gorch Fock" nimmt derzeit an der Großveranstaltung "Flensburg Nautics" teile, einem traditionellen Treffen von mehreren hundert Yachten, Windjammern und Segelschiffen. Wegen des regen Schiffsverkehrs hatte Greenpeace Sorge, dass der Wal nicht aus eigener Kraft den Weg aus der Innenförde ins offene Meer findet.

"Schraubengeräusche erschweren dem Wal die Orientierung, deshalb bin ich froh, dass Henry den Weg in die Freiheit trotzdem gefunden hat", sagte Maack. Dass sich Wale in die Ostsee verirren, kommt neuerdings immer öfter vor. Bereits im Sommer 2003 war ein Wal in der Kieler- und in der Flensburger Förde gesehen worden, im vergangenen Jahr in der Eckernförder Bucht. Ursache sind laut Greenpeace steigende Wassertemperaturen und zunehmender Unterwasserlärm, die dazu führen, dass Wale ich herkömmliches Verhalten aufgeben und sich auch in flache Gewässer wie in die Ostsee verirren.

AP


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