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Nicht mehr auf der Roten Liste: Keine Gefahr mehr für Galápagos

Die UNESCO hat die Galápagos-Inseln von der Roten Liste der gefährdeten Welterbe-Stätten gestrichen. Nach einem Treffen des zuständigen Ausschusses in Brasilia hieß es am Mittwoch, die Regierung von Ecuador haben ausreichende Maßnahmen eingeleitet, um die Inselgruppe vor den Auswirkungen des Touristenansturms zu schützen.

Auf den Galápagosinseln ist aus Sicht von Naturschützern noch längst nicht alles in Ordnung. Es habe zwar Fortschritte gegeben, "aber die Probleme überwiegen noch", sagte der Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF), Christof Schenck, am Donnerstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Zur Entscheidung des UNESCO-Welterbekomitees, die Inseln von der Roten Liste der gefährdeten Naturdenkmäler zu streichen, sagte er: "Wir sehen das durchaus kritisch." Schenck schlägt eine "Biodiversitätssteuer" für die Inseln vor.

Die ZGF engagiert sich nach eigenen Angaben seit über 40 Jahren auf dem südamerikanischen Archipel und hat für verschiedene Projekte in den vergangenen 20 Jahren rund drei Millionen Euro aufgewendet.

Sorge mache vor allem die Entwicklung des Galápagos-Tourismus weg von Naturreisen hin zu zum Massengeschäft, sagte Schenck, der gerade von einer Reise auf die Inseln zurückgekehrt ist. Naturbeobachtung, für die Besucher willkommen seien, werde immer häufiger zum Randaspekt. Nicht die Menschen selbst seien das Hauptproblem, sondern die Nebeneffekte: Große Hotels würden gebaut, der Energieverbrauch steige, für die wachsende Zahl der Menschen müsse immer mehr Nahrung herantransportiert werden, und es falle mehr Müll an.

Auf der am stärksten besiedelten Insel Santa Cruz sind laut Schenck inzwischen 920 Fahrzeuge unterwegs, darunter allein 200 Taxis. Täglich landeten fünf Jumbo-Jets mit Besuchern, pro Woche bringe ein großes Frachtschiff Versorgungsgüter aller Art.

Mit den Besuchern kommen fremde Arten, auf die die Natur der Inseln nicht eingestellt sei, sagte Schenck. "Mit jedem Transport vom Festland steigt das Risiko." Zwar sei es inzwischen gelungen, die Ziegen von der Insel Isabella vollständig zu entfernen, aber eine Vielzahl anderer, nicht so leicht zu bekämpfender Arten werde eingeschleppt, etwa Insekten und Krankheitserreger.

Nicht nur der Zustrom der Menschen vom Festland müsse beschränkt werden, fordert Schenck: "Die gesamte Wirtschaft muss umgestellt werden." Auf alle Importartikel - von Treibstoff bis zum Plastikspielzeug aus China - müsse eine "Biodiversitätssteuer" erhoben werden, um die echten Preise für die Artikel deutlich zu machen. Mit den Einnahmen könne die lokale Wirtschaft gestärkt werden. Ein "Neues Galápagos" könne als Pilotprojekt der ganzen Welt zeigen, wie solche einzigartigen Naturschätze bewahrt werden könnten.

APN/DPA / DPA
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