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Fischer fangen zweiköpfigen Wal – und werfen ihn wieder über Bord

Bizarrer Fund im Fischernetz: Niederländische Fischer haben einen zweiköpfigen Schweinswal aus der Nordsee gezogen. Dann wussten sie sich nicht anders zu helfen – und warfen das tote Tier ins Meer zurück.

Fischer fangen zweiköpfigen Schweinswal

Fischer fangen zweiköpfigen Schweinswal

Seelachs, Makrelen, vielleicht ein paar Krabben: Als die niederländischen Fischer ihr Netz am 30. Mai vor der Küste des Ortes Hoek van Holland auswarfen, waren sie eigentlich auf der Suche nach gewöhnlichen Meerestieren. Doch als sie sich den Inhalt ihres Fischernetzes näher ansahen, staunten sie nicht schlecht, was ihnen da ins Netz gegangen war: ein mit zwei Köpfen. Das Tier war ein Männchen, rund 70 Zentimeter groß und wog etwa sechs Kilogramm.

Aufgeregt fotografierten die Fischer das tote Tier. Danach wussten sie nicht so recht, was sie mit dem Schweinswal machen sollten. Aus Angst, es könnte illegal sein, das Tier mit an Land zu nehmen, warfen sie es wieder über Bord - eine Fehlentscheidung. "Damit ist das Exemplar für Wissenschaft und Naturkunde verloren gegangen", schreibt der Wissenschaftler Erwin Kompanje im Magazin "Deinsea", dem Online-Journal des Naturkundemuseums in Rotterdam.

Schweinswal war offenbar Neugeborenes

Zwar sei es schade, dass das Tier nun nicht mehr untersucht werden könne, jedoch würden die Fotografien interessante Details liefern. Offenbar starb das Tier schon kurz nach der Geburt, weil die Rückenflosse sich nicht nach oben gestellt hatte. Das passiert in der Regel sobald neugeborene Wale ins Meerwasser gelangt sind. Schweinswale sind Säugetiere, die vollständig entwickelten Nachwuchs gebären. Die Forscher glauben, dass das Tier schon zum Zeitpunkt des Fangs tot war.

Überraschender Fund im Fischernetz
Vor der niederländischen Küste fingen Fischer einen Schweinswal mit zwei Köpfen. Bei dem Tier handelte es sich um ein Neugeborenes.

Vor der niederländischen Küste fingen Fischer einen Schweinswal mit zwei Köpfen. Bei dem Tier handelte es sich um ein Neugeborenes.


Fälle von siamesischen Säugetieren sind extrem selten. Die Fehlbildung entsteht, wenn zwei zunächst getrennte Embryonen im Mutterleib zusammenwachsen. Auch kann es zu Fehlern bei der Entwicklung einer einzelnen befruchteten Eizelle kommen. 

Schweinswale sind die kleinste und häufigste Walart in europäischen Gewässern. In der leben schätzungsweise rund 345.000 Tiere. Funde von zweiköpfigen Säugetieren sind in freier Wildbahn sehr selten. Üblicherweise überleben die Tiere nur kurze Zeit, weil sie Probleme bei der Futtersuche haben oder durch ihr Handicap leichte Beute für Fressfeinde sind.


ikr

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