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Steinzeit-Venus: Älteste Frauenfigur der Welt entdeckt

Forscher haben die bis jetzt älteste Frauenskulptur der Welt in einer Höhle auf der Schwäbischen Alb entdeckt. Vor mindestens 35.000 Jahren wurde die "Venus vom Hohlen Fels" aus Mammut-Elfenbein geschnitzt. Der Fund wirft laut den Wissenschaftlern ein völlig neues Licht auf die Entstehung der Kunst in Europa.

Sie erinnert ein wenig an die Figuren von Niki de Saint Phalle: große Brüste, große Genitalien, Hüfte und Bauch sind stark betont. Eine nur sechs Zentimeter große "Venus"-Figur versetzt Forscher in Verzückung: Die älteste bislang bekannte Menschenfigur der Welt wurde am Mittwoch in Tübingen präsentiert. Archäologen hatten die aus Elfenbein-Mammut geschnitzte Frau mit überdimensionierten Brüsten im Alb-Donau-Kreis entdeckt. Sie sei wohl vor rund 35.000 Jahren gestaltet worden, sagte Archäologe Nicholas Conard in Tübingen. Zum Vergleich: die bekannte "Venus von Willendorf" (Österreich) ist nur etwa 28.000 Jahre alt. Der Fund sei eine Sensation und werfe ein völlig neues Licht auf die Entstehung der Kunst in Europa und vermutlich auf der ganzen Welt. Der Fund ist für die Fachwelt so bedeutsam, da bis jetzt nur Abbildungen von Tieren aus dieser Zeit bekannt waren, berichtet Conards in "Nature".

Nach weit mehr als 100 Jahren Diskussion sei nun sicher, dass schon die ersten modernen Menschen in Europa Figuren geschnitzt hätten, sagte der Archäologie-Professor. Die sogenannte "Venus" sei im September 2008 bei Ausgrabungen in der Höhle "Hohle Fels" bei Schelklingen gefunden worden. "Wir alle waren sprachlos", erzählte Conard.

Darstellung grenze an Pornographie

Die Figur sei extrem detailliert geschnitzt. "Dieses Stück ist mit Energie geladen und sehr ausdrucksvoll." Die Arme und Beine der Figur sind extrem verkleinert, um Brüste und Vulva zu betonen. Die Darstellung grenze nach heutigen Maßstäben an Pornografie, schreibt Conards Kollege Paul Mellars im Fachblatt "Nature".

Eine winzige Öse an der Stelle des kaum erkennbaren Kopfs zeige, dass die Figur um den Hals getragen wurde. Es handele sich mit großer Sicherheit um einen künstlerischen Ausdruck von Fruchtbarkeit. Aber welchem Zweck genau sie diente, könne derzeit noch niemand sagen.

Bislang waren aus dieser Phase der Altsteinzeit lediglich Tier-Darstellungen bekannt. Dass die Menschen sich vor 40.000 Jahren, also sogar ganz zu Beginn des sogenannten Aurignacien, schon mit figürlicher Kunst beschäftigten, sei an sich schon völlig unerwartet. "Egal, was wir gefunden hätten: In dieser Lage wäre alles eine Sensation gewesen", sagte Conard.

Geburtsort der europäischen Skulpturkunst

Die Venus wurde gemeinsam mit Stein-, Knochen-, und Elfenbeinwerkzeugen gefunden, die typisch für die Kultur des Aurignacien ist, der ältesten Kultur des modernen Menschen in Europa. Zu dieser Zeit trafen die ersten modernen Menschen aus Afrika in Europa ein. Die Schnitzer dieser Ur-Venus waren anatomisch und genetisch moderne Menschen, die noch neben den Neandertalern in der jüngeren Altsteinzeit lebten.

Das Auftreten von figürlicher Kunst scheint ein europäisches Phänomen zu sein, berichten die Forscher. Es gibt andernorts keine entsprechenden Funde, die älter als 30.000 Jahre sind. Wissenschaftler sehen in den zahlreichen süddeutschen Fundstätten mit den kleinen Elfenbeinstatuen den Geburtsort der europäischen Skulpturkunst.

Auf der Schwäbischen Alb wurden in den vergangenen 150 Jahren unzählige Elfenbein-Schnitzereien gefunden, darunter das weltweit älteste bekannte Musikinstrument. Conard hält es für möglich, dass auf der Schwäbischen Alb das erste Kulturvolk der Welt gelebt hat. Auf jeden Fall seien von der Alb wesentliche Impulse für die Entwicklung der Musik und der figürlichen Kunst ausgegangen. Funde aus der Steinzeit seien im kalkhaltigen Gestein der Schwäbischen Alb möglicherweise nur besser erhalten geblieben als anderswo, vermutet Conard. Außerdem seien Archäologen schon seit 150 Jahren auf der Schwäbischen Alb unterwegs, so dass die Region zu den am besten erforschten weltweit zähle.

Die "Venus"-Figur aus Mammut-Elfenbein soll von September an im Stuttgarter Kunstgebäude erstmals öffentlich ausgestellt werden.

DPA/AP/DDP

Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.